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Katharina von Schnurbein wird neue Antisemitismusbeauftragte
Bei der EU-Kommission war sie jahrelang für die Bekämpfung von Antisemitismus zuständig, nun holt die Bundesregierung Katharina von Schnurbein nach Berlin. Sie bekommt viel Lob, übernimmt aber ein Amt in schwierigen Zeiten.
Die Bundesregierung hat Katharina von Schnurbein zur neuen Antisemitismusbeauftragten berufen. Die 53-jährige Politikwissenschaftlerin war bislang bei der EU-Kommission für den Kampf gegen Antisemitismus und die Förderung jüdischen Lebens zuständig. Am 28. Oktober soll sie ihr neues Amt in Berlin antreten.
Von Schnurbein folgt auf Felix Klein, der Ende August nach acht Jahren im Amt als deutscher Botschafter zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nach Paris gewechselt war. Seither wurden seine Aufgaben übergangsweise vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph de Vries, übernommen. Die verzögerte Nachbesetzung löste angesichts des zunehmenden Antisemitismus Kritik aus.
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Von Schnurbein wurde 1973 im niederbayerischen Regen geboren. Sie studierte Politikwissenschaft und Slawistik in Prag, Bonn und Oxford und arbeitet seit 2002 für die Europäische Kommission. Zunächst war sie Pressereferentin in Tschechien, später Sprecherin in Brüssel.
Fünf Jahre lang gehörte sie zum Beraterteam des damaligen EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso. Sie war unter anderem für den Dialog mit Kirchen, Religionsgemeinschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen zuständig.
Ab 2015 koordinierte von Schnurbein bei der EU-Kommission die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung jüdischen Lebens. Sie war maßgeblich an der ersten EU-Strategie gegen Antisemitismus beteiligt, die 2021 verabschiedet wurde, und begleitete deren Umsetzung.
Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Auszeichnungen, darunter 2024 die Ehrendoktorwürde der israelischen Ben-Gurion-Universität im Negev.
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Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, begrüßte die Berufung. Von Schnurbein sei international bestens vernetzt und genieße in der jüdischen Gemeinschaft sehr hohes Ansehen. Er kenne sie seit vielen Jahren und halte sie "sowohl persönlich als auch professionell für eine herausragende Besetzung".