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Notfallmedizin unter Druck: Bundestag stimmt über Reform ab
Notaufnahmen und Rettungsdienste sind seit Jahren überlastet. Nun will der Bundestag endlich eine Reform auf den Weg bringen. Große Hilfs- und Rettungsorganisationen verlangen allerdings Nachbesserungen.
Alltag in vielen Notaufnahmen: Im Flur stauen sich die Patientinnen und Patienten, die mit dem Rettungsdienst angekommen sind. Es fehlen freie Betten und Behandlungsräume. Für Pflegekräfte und Ärzte gibt es kaum Gelegenheit, durchzuatmen. Auch im Wartebereich harren viele schon seit Stunden aus. Doch längst nicht jeder mit Schnupfen, Bauchschmerzen oder einem umgeknickten Finger ist ein Fall für die Notaufnahme.
Fachleute gehen davon aus, dass rund 30 Prozent der Patienten eigentlich nicht dorthin gehören. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann macht den Patienten aber keinen Vorwurf.
"Sondern es sind wir Politiker, die die Regulierung so gemacht haben, dass die Steuerung im Gesundheitssystem nicht funktioniert", sagt Linnemann dem ARD-Hauptstadtstudio. Diese Reform sei längst überfällig. Tatsächlich ist die schwarz-rote Koalition die dritte Regierung in Folge, die eine Notfallreform umsetzen will.
Überlastete Notaufnahmen und schlecht vernetzte Rettungsdienste: Die Probleme in der Notfallversorgung sind groß.
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Das Ziel der Reform ist, dass nur noch die Menschen in der Notaufnahme landen, die dort auch wirklich hingehören. Deshalb sollen rund 750 integrierte Notfallzentren an Krankenhäusern entstehen. Die Patienten sollen sich an einem zentralen Tresen anmelden. Dort wird dann entschieden, ob jemand wirklich in die Notaufnahme gehört oder auch in einer Notdienstpraxis versorgt werden kann.
Gesundheitsminister Linnemann nennt das Gesetz einen "Notfallwegweiser für Patienten". Das gilt auch am Telefon. Egal, ob jemand mit akuten Beschwerden die Notrufnummer 112 wählt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117, soll nach einheitlichen Kriterien entschieden werden, wie und wo dem Anrufer am besten geholfen werden kann.
Bei einem echten Notfall kommt weiter der Rettungswagen. In anderen Fällen können Patienten auch direkt in die Notdienstpraxis geschickt oder per Videosprechstunde versorgt werden. "Dadurch werden die Notaufnahmen wieder für die Menschen da sein, für die sie gemacht wurden: nämlich für Notfälle", meint der Minister.
Lob für das Gesetz gibt es aus der Opposition. Janosch Dahmen von den Grünen ist selbst Rettungsmediziner und findet vieles an der Reform richtig. Es seien erhebliche Verbesserungen gegenüber der aktuellen Lage. Die schwarz-rote Regierung habe viele Ideen der Ampel-Regierung übernommen.
Besonders in den zwei größten Städten Berlin und Hamburg gab es viele Fälle von ambulanten Behandlungen.
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