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EU: Riesige Lücke zwischen Neugeräten und gesammeltem Elektroschrott
von Carsten Knobloch
15. Okt. 2026 |
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Frische Zahlen von Eurostat zeigen mal wieder ein deutliches Bild beim Thema Elektronik: Im Jahr 2024 wurden in der Europäischen Union pro Kopf durchschnittlich 12,3 Kilogramm Elektroschrott eingesammelt. Dem gegenüber steht allerdings ein ganz anderes Kaliber. Im selben Zeitraum kamen nämlich satte 32,4 Kilogramm an neuen Elektro- und Elektronikgeräten pro Person auf den Markt.
Dass hier eine ordentliche Lücke klafft, überrascht wenig. Geräte bleiben schlichtweg länger in Benutzung, verstauben als Reserve in Schubladen und Kellern, oder landen im schlechtesten Fall auf Wegen, die von der offiziellen Abfallwirtschaft gar nicht erst erfasst werden. Da packe ich mir auch gerne selbst an die eigene Nase, ich habe sicher das Elektro-Gedöns mehrerer Europäer brach auf dem Dachboden liegen.
Schaut man sich die Entwicklung der vergangenen Jahre an, ging es vor allem beim Konsum steil nach oben. Zwischen 2015 und 2024 stieg die Menge an neu in den Verkehr gebrachten Geräten in der EU um 79 Prozent, von damals 18,1 Kilogramm auf eben jene 32,4 Kilogramm. Den Hauptanteil machten dabei Großgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler oder auch Photovoltaik-Panels aus. Immerhin: Zwischen 2022 und 2024 blieb dieser Wert weitgehend stabil.
Bei der Sammlung von Elektroschrott geht es derweil deutlich gemächlicher voran. 2015 wurden pro Kopf noch 7,3 Kilogramm erfasst, 2024 waren es 12,3 Kilogramm. Im Vergleich zum Vorjahr 2023 ist das ein kleines Plus von 0,7 Kilogramm pro Kopf.
Interessant wird es beim Blick auf die einzelnen Länder. Am fleißigsten Elektroschrott gesammelt haben 2024 Bulgarien (18,9 kg pro Kopf), Tschechien (17,8 kg) und Frankreich (17,7 kg). Die Schlusslichter bilden Zypern (4,7 kg), Portugal (6,0 kg) und Malta (6,4 kg).
Wenn es um den Kauf neuer Elektronik geht, liegt Österreich mit 38,2 Kilogramm pro Kopf an der Spitze, dicht gefolgt von Deutschland mit 38,0 Kilogramm und Dänemark mit 37,0 Kilogramm. Am wenigsten Neugeräte landeten in Zypern (15,4 kg), der Slowakei (17,5 kg) und Griechenland (18,0 kg) im Handel.
In allen erfassten EU-Ländern liegt das Gewicht der neu gekauften Produkte über dem des gesammelten Mülls. Die geringste Differenz verzeichnete die Slowakei mit 6,4 Kilogramm pro Kopf. Besonders krass fällt der Unterschied hingegen in Spanien (36,0 kg Neugeräte gegenüber 9,3 kg Schrott) und Deutschland aus. Hierzulande wurden mit 38,0 Kilogramm Neugeräten im Vergleich zu 11,0 Kilogramm gesammeltem Schrott mehr als dreimal so viele neue Geräte in Umlauf gebracht, wie am Ende beim Recycling landeten.
Wie sieht das bei euch aus: Hortet ihr noch alte Smartphones und Hardware in den Schubladen oder gebt ihr Altgeräte direkt beim Wertstoffhof ab? Zu den Kilogrammangaben da oben: Muss man halt auch so sehen: Da kaufen sich Leute vielleicht ein Balkonkraftwerk mit Akku, zack, haste dein Jahreslimit aufgebraucht - aber abgeben tut man so ein Gewicht halt nicht. Das steht ja erst einmal x Jahre.
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