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TV: An erfolgreichen Serien sind immer weniger Frauen maßgeblich beteiligt
Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, ist auch in großen Serien oft nicht mehr als ein Wunsch. Laut dem neuen Jahresbericht der Organisationen ReFrame und Women in Film (WIF) ist die Genderparität bei der Besetzung von Rollen in beliebten Serien sogar zurückgegangen. Das berichtet das Branchenmagazin »Hollywood Reporter« .
ReFrame bewertet die erfolgreichsten Serien einer Saison und vergibt anschließend ein Prädikat für geschlechtergerechte Produktionen. Um das Siegel zu erhalten, muss das Format eine ausreichende Anzahl von Frauen sowie nicht-binären oder trans Personen in wichtigen Positionen einstellen, etwa in alleinigen Haupt- und Co-Hauptrollen, aber auch hinter den Kulissen als Showrunner:innen, Abteilungsleitende oder in der Regie. Die Organisation verwendet ein Punktesystem zur Evaluation.
In der Saison 2025/2026 wurden laut »Hollywood Reporter« 42 der 100 erfolgreichsten Serien mit dem Prädikat ausgezeichnet. Das sind drei Prozent weniger als im Vorjahr. »Das bestätigt, was meiner Meinung nach viele Menschen beobachten und erleben, nämlich dass wir beim Thema Geschlechtergleichstellung Rückschritte machen«, sagte WIF-Chefin Kirsten Schaffer dem Magazin dazu.
Auffällig: Der diesjährige Bericht verzeichnet einen deutlichen Rückgang von Frauen, nicht-binären oder trans Personen in Hauptrollen – nur 39 Mal wurde diese Kombination bei den erfolgreichsten Serien der Saison festgestellt – der niedrigste Wert seit sieben Jahren. In der vorangegangenen Fernsehsaison lag er bei 44.
Auch hinter den Kulissen herrscht kein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis: Bei der Regie ging der Anteil der Serien, deren Episoden mindestens zur Hälfte von Frauen, trans oder nicht-binären Personen inszeniert wurden, von 38 in der Saison 2024/25 auf 32 in der Saison 2025/26 zurück. Auch bei der Regieassistenz, beim Produktionsdesign und der Kameraführung spielten weniger Menschen aus dieser Gruppe eine Rolle.
Kleine Verbesserungen hin zur Geschlechtergleichheit gab es beim Thema Drehbuch, bei der Stuntkoordination, der Komposition und den Visual Effects – wenngleich der Anteil von Frauen, nicht-binären und trans Personen in allen genannten Kategorien weiter auf teils sehr niedrigem Niveau blieb.
Der Anteil dieser Gruppe stieg auch bei den Showrunner:innen leicht an: Bei 31 Serien (zuvor 29 Serien) wurden Frauen, trans oder nicht-binäre Personen 2025/26 als Showrunner:innen gebucht. Laut ReFrame ist vor allem eine weibliche Showrunnerin ein starker Indikator für eine ausgewogene Geschlechterverteilung in Serien.
Der Bericht ergab außerdem, dass Serien mit ausgewogenem Geschlechterverhältnis etwas häufiger verlängert und seltener abgesetzt wurden. Von 27 Serien der ersten Staffel, die das Gütesiegel erhielten, wurden 24 (89 Prozent) verlängert, verglichen mit 38 von 45 Serien (84 Prozent), die das Gütesiegel nicht erhielten.
Zu den ausgezeichneten Serien dieser Saison zählen zum Beispiel »Bridgerton«, »Euphoria«, »Only Murders in the Building«, »Nobody Wants This«, »The Bear« und »Wednesday«.