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Vier Netzbetreiber wollen gemeinsam Satellitenfrequenzen für Europa sichern
Vier europäische Telekommunikationskonzerne wollen gemeinsam Frequenzen für mobile Satellitendienste sichern, um Funklöcher zu schließen.
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Vier große europäische Telekommunikationskonzerne ziehen an einem Strang, um Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer auch in entlegenen Gebieten mit Mobilfunk aus dem Weltall zu erreichen. Die Deutsche Telekom, der britische Anbieter Vodafone, Telefónica (O2) aus Spanien und Orange aus Frankreich haben am Montag eine Absichtserklärung unterzeichnet, um ein gemeinsames Gebot für die Zuteilung von Frequenzen für mobile Satellitendienste (Mobile Satellite Services, MSS) in Europa zu prüfen.
Es gehe dabei um Frequenzen, die voraussichtlich ab Mitte 2029 frei werden und bislang etwa für Internetverbindungen im Flugzeug genutzt werden. Die bisherigen Nutzungsrechte laufen im Mai 2027 aus, die EU-Kommission hat aber eine Verlängerung um zwei Jahre vorgeschlagen. Der Pressemeldung der Telekom zufolge unterstütze die Initiative „das Ziel der Europäischen Kommission, Europas Souveränität, Sicherheit und Resilienz bei kritischer Infrastruktur im Bereich der Konnektivität zu stärken“.
Konkret geht es um das Satellitenband bei 2 Gigahertz, das neu aufgeteilt werden soll. Ein Drittel des Frequenzspektrums zwischen 1980 und 2010 sowie 2170 und 2200 Megahertz soll künftig für Behördenkommunikation reserviert werden und mit dem geplanten IRIS²-Projekt verzahnt werden. Die verbleibenden zwei Drittel sollen je zur Hälfte auf neue EU-Anbieter und auf Anbieter aufgeteilt werden, die aus der EU oder dem Rest der Welt kommen können.
Zudem wollen die vier gemeinsam eine „flächendeckende Versorgung auch in unterversorgten Gebieten erreichen, die Resilienz mobiler Netze stärken, kritische Kommunikation schützen und die Entwicklung einer europäischen Satellitenkonstellation unterstützen“.
Unter anderem geht es um die Abdeckung von Funklöchern – also Gebieten, in denen nicht einmal das veraltete 2G-Netz verfügbar ist. Bei der Deutschen Telekom waren das im Juni laut Bundesnetzagentur 1,2 Prozent der Fläche Deutschlands, bei Vodafone 1,7 Prozent und bei O2 Telefónica 1,6 Prozent. In diesen Gegenden sollen Smartphone-Nutzer künftig mit Satelliten verbunden werden.
Überdies soll die neu geschaffene Infrastruktur „allen Netzbetreibern in Europa einen offenen und diskriminierungsfreien Zugang ermöglichen, damit diese ihren Kundinnen und Kunden Direct-to-Device-Dienste (D2D) anbieten können“. Mit Direct-to-Device-Diensten werden Smartphones direkt mit Satelliten im Weltraum verbunden, wenn kein Mobilfunkempfang möglich ist. Derzeit verfügen die meisten Smartphones noch nicht über eine solche Funktion; in den kommenden Jahren könnte sich das ändern.
Außerdem planen die vier Netzbetreiber, die eigenständige Position Europas im Bereich der Weltrauminfrastruktur sicherzustellen. Teil des Vorhabens sei der Aufbau zentraler Infrastrukturen am Boden sowie wichtiger Koordinierungs- und Überwachungsfunktionen innerhalb Europas. Die vier Netzbetreiber wollen sich jedoch nicht direkt an einer Satellitenkonstellation beteiligen. Stattdessen soll diese von einem Satellitenpartner bereitgestellt werden, der noch ausgewählt werden müsse. Musks Starlink mit seinem Mutterkonzern SpaceX dürfte es nicht werden, da es bei dem Vorhaben der vier Firmen um die Stärkung der europäischen Souveränität geht.
Dass die vier europäischen Netzbetreiber ausnahmsweise gemeinsame Sache machen, dürfte mit der starken Konkurrenz aus den USA zusammenhängen: Denn derzeit planen sowohl Musks Starlink als auch Amazon mit Leo und dem zu übernehmenden Globalstar entsprechende Lösungen. SpaceX will zudem in Kombination mit Starlink zunächst in den USA ein eigenes Mobilfunknetz aufbauen. Hierfür hat SpaceX Mobilfunkfrequenzen gekauft, wartet aber noch auf die Erlaubnis der US-Aufsicht FCC.