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Neue EU-Strategie: Warum die Arktis zum Sicherheitsrisiko wird
Lange galt die Arktis als Region mit wenigen Spannungen. Doch die geopolitische Lage hat sich grundlegend geändert, und auch der Klimawandel betrifft den hohen Norden. Eine neue EU-Strategie soll dem Rechnung tragen.
Die norwegische Küste ist lang, die Häfen sind für das Land lebenswichtig. Doch zunehmend geraten sie auch aus sicherheitspolitischen Gründen in den Blick. Der norwegische Geheimdienst PST beobachtet, dass ausländische Akteure versuchen, kritische Infrastruktur auszuspähen. Besonders Häfen stehen im Fokus.
"Wir beobachten, dass eine Reihe von Ländern sehr großes Interesse an der Arktis hat. Das gilt vor allem für Russland, aber auch für China", sagt Jon Fitje Hoffmann vom norwegischen Geheimdienst dem Sender NRK. Die Erkundung könne auch der Vorbereitung möglicher Sabotageakte dienen.
Die Arktis ist längst nicht mehr nur eine abgelegene Eislandschaft. Sie ist ein strategisch wichtiger Raum, auch für Europa. Die Europäische Union will deshalb ihre Arktis-Strategie überarbeiten. Seit der letzten Strategie aus dem Jahr 2021 hat sich die Sicherheitslage grundlegend verändert.
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Seit dem Angriff auf die Ukraine baut Russland seine militärischen Fähigkeiten in der Arktis aus, während China zunehmend Interesse an den Verkehrswegen der Region zeigt. Hinzu kommen Spannungen zwischen westlichen Verbündeten. Dazu zählt der Streit um Grönland, das zum Königreich Dänemark gehört und für die USA strategisch wichtig ist.
Für die EU stellt sich damit die Frage, wie sie ihre Interessen in der Arktis besser schützen kann. Zu den europäischen Anrainerstaaten gehören Schweden und Finnland, die beide EU-Mitglieder sind. Norwegen und Island sind zwar nicht Teil der EU, arbeiten aber eng mit ihr zusammen.
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Neben der Sicherheit verändert vor allem der Klimawandel die Region. Die Temperaturen in der Arktis steigen nach Angaben von Forschern deutlich schneller als im globalen Durchschnitt. Das Eis schmilzt, neue Schifffahrtswege werden zugänglich und Rohstoffe lassen sich leichter erreichen.
Was wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet, bringt zugleich neue Risiken mit sich. "Die Temperaturen in der Arktis steigen drei- bis viermal schneller als anderswo", sagt Helmi Rantala, Forscherin am Schwedischen Institut für Internationale Politik. Das schmelzende Eis schaffe zwar neue Möglichkeiten, habe aber auch Folgen für die Menschen vor Ort, etwa für Straßen und deren Sicherheit.