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Merz setzt auf Nvidia: Wie Deutschland die Industrie mit KI an die Spitze bringen will
Deutschland will bei industrieller Künstlicher Intelligenz eine führende Rolle einnehmen. Dafür haben die Bundesregierung und Nvidia beim „Invest in Germany“-Summit eine Absichtserklärung unterzeichnet. Gemeinsam sollen KI-Modelle für Anwendungen in Fabriken, Robotik und anderen Industriebereichen weiterentwickelt werden.
Die Message des Bundeskanzlers war eindeutig: „Bitte öffnen Sie Ihre Türen für KI, damit sie Ihre Daten nutzen kann“, appellierte Friedrich Merz beim „Invest in Germany“-Summit an deutsche Unternehmen. Die Konferenz fand lediglich einen Tag vor Nvidias eigener Veranstaltung in Berlin statt: Das KI-Unternehmen bringt seine Hausmesse GTC von San Jose nach Deutschland, noch bis Donnerstagabend trifft sich die Branche in der Station, morgen wird CEO Jensen Huang im Tempodrom seine Keynote halten.
Auf dem „Invest in Germany“-Summit erklärte der Nvidia-Chef, dass er in Künstlicher Intelligenz eine Chance für den Industriestandort Deutschland sehe: „KI kann Ihre Fähigkeiten nur erweitern, sie wird Ihre Fähigkeiten nicht ersetzen.“ Gemeinsam wollen Bundesregierung und Nvidia Deutschland zu einem weltweit führenden Standort für industrielle KI machen.
Die Bundesregierung will die industrielle Nutzung von KI vorantreiben und setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit Nvidia. Dafür haben das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesforschungsministerium eine gemeinsame Absichtserklärung mit Nvidia unterzeichnet. Ziel ist eine Initiative zur Entwicklung moderner KI-Modelle für sogenannte Physical AI. Die Technologie soll KI stärker mit der physischen Welt verbinden und insbesondere in der Fertigung, im Maschinenbau und in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen.
Unter Physical AI versteht Nvidia KI-Systeme, die ihre Umgebung erfassen, verstehen und mit ihr interagieren können. Dazu gehören beispielsweise Industrieroboter, autonome Fahrzeuge und intelligente Produktionssysteme. Anders als klassische Sprachmodelle, die vor allem Informationen verarbeiten und Inhalte erzeugen, müssen solche Systeme auch physikalische Zusammenhänge berücksichtigen und ihre Handlungen auf reale Umgebungen abstimmen.
Die Kooperation soll Deutschlands Stärken in der Fertigung, im Maschinenbau und in der Automobilindustrie mit moderner KI-Technologie verbinden. Dabei wollen die Partner vorhandene Industriedaten und das technische Fachwissen deutscher Unternehmen nutzen. Die Initiative ist in die KI-Roadmap der Bundesregierung sowie die Plattform Industrie 4.0 eingebettet, die Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbände zusammenbringt.
Die Bundesregierung hat bislang keine konkreten zusätzlichen Investitionssummen für die neue gemeinsame Initiative genannt. Entscheidend wird daher sein, welche Projekte aus der Absichtserklärung entstehen und wie schnell die entwickelten Technologien in deutschen Unternehmen eingesetzt werden.
Ein Schwerpunkt liegt darauf, die Technologien nicht nur großen Industrieunternehmen zugänglich zu machen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen häufig über spezialisiertes Wissen, langjährige Fertigungserfahrung und umfangreiche Daten aus ihren Produktionsprozessen. Diese Ressourcen könnten helfen, KI-Systeme für konkrete industrielle Aufgaben zu entwickeln und zu trainieren.
Beim Bühnengespräch in Berlin hob Huang hervor, dass dieses Wissen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil Deutschlands darstelle. „Dieses Wissen gehört Ihnen“, sagte der Nvidia-Chef mit Blick auf die deutsche Industrie. KI könne die vorhandenen Fähigkeiten erweitern, werde sie aber nicht ersetzen. Huang bezeichnete die Entwicklung als neue industrielle Revolution und rief Deutschland dazu auf, die damit verbundenen Möglichkeiten zu nutzen.
Merz sieht in der Verbindung von Ingenieurwissen und KI ebenfalls eine Chance, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken. Deutschland müsse zu einem der weltweit führenden Länder bei der Verbreitung von KI in Unternehmen werden. Entscheidend sei dabei, dass insbesondere der Mittelstand