// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
Das abgespaltene Russlandgeschäft von Globus wirft neue Fragen auf
Die Eigner der Handelsgruppe Globus sind unter dem Namen "Hyperglobus" weiter in Russland aktiv. Eine Plusminus-Recherche zeigt nun: Einer dieser Märkte unterstützt eine Organisation, die Ausrüstung an die russische Armee liefert.
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 haben sich zahlreiche westliche Unternehmen aus Russland zurückgezogen. Darunter Firmen wie etwa McDonald’s, IKEA oder Obi. Andere sind geblieben - darunter die deutsche Handelsgruppe Globus. Allerdings hat Globus das Russlandgeschäft im vergangenen Jahr in eine eigenständige Gesellschaft namens Hyperglobus ausgegliedert.
Doch die Trennung steht nur auf dem Papier - denn die Eigentümerfamilie Bruch kontrolliert weiterhin das Unternehmen als Mehrheitseigner. Der saarländische Milliardär Thomas Bruch hat Anfang Oktober Altkanzler und Putin-Freund Gerhard Schröder in den Aufsichtsrat von Hyperglobus geholt.
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Nach Angaben der ukrainischen Organisation "Business4Ukraine" zahlt Globus zwischen 2022 und 2025 insgesamt 86 Millionen Euro Steuern an den russischen Staat. "Der nutzt das Geld, um damit auch den Krieg in der Ukraine zu finanzieren", sagt Nezir Sinani, Vorsitzender von "Business4Ukraine". Zu den Steuerzahlungen haben sich weder Globus noch Hyperglobus auf Anfrage geäußert.
Diese Zahlungen sind nicht das einzige Problem. Recherchen von Plusminus zeigen, wie leicht Unternehmen in Russland indirekt zu Unterstützern des Kriegs werden können. So finanziert etwa ein Hyperglobus-Markt im Moskauer Vorort Balaschicha eine Gruppe namens "Freiwillige von Balaschicha".
Auf den ersten Blick eine örtliche Hilfsorganisation. Beiträge auf ihrem Telegram-Kanal zeigen jedoch vor allem Aktivitäten für die russischen Streitkräfte.
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Auf Fotos und Videos ist zu sehen, wie die Gruppe Tarnnetze herstellt und Ausrüstung für russische Soldaten in Lkw verlädt. Sie arbeitet eng mit der örtlichen Stadtverwaltung zusammen. Die "Freiwilligen von Balaschicha" liefern dem Telegram-Kanal nach Generatoren, Drohnen, Lebensmittel - und Anti-Drohnen-Umhänge, die Infrarot-Sensoren blockieren sollen.
Die russischen Kampftruppen in der Ukraine schicken im Gegenzug Videos an die Gruppe: Soldaten stehen vor ihren Panzern und bedanken sich für die Unterstützung aus Balaschicha. Zudem organisiert die Gruppe Veranstaltungen, bei denen für die russische Armee geworben wird.