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Verhältnis zu Israel: Ein heikles Thema für Demokraten und Republikaner
In den USA schwindet die Solidarität mit Israel. Umfragen zeigen, dass sich insbesondere jüngere US-Amerikaner vom engen Verbündeten abwenden. Im Wahlkampf bereitet das Demokraten und Republikaner erhebliche Probleme.
Vor zwei Jahren war Darializa Avila Chevalier noch Studentin und eine der lautesten Stimmen bei den Gaza-Protesten an der New Yorker Columbia Universität. Nun kandidiert Aktivistin im Stadtteil Harlem für einen Sitz im US-Kongress. Als der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im September zur UN-Generalversammlung nach New York kam, war sie wieder auf der Straße und ließ sich sogar bei einer Protestaktion festnehmen:
"Es ist wichtig, dass wir dagegen ankämpfen, dass unsere Steuer-Dollar für Israels Kriegsverbrechen eingesetzt werden. Wir müssen zeigen, dass unsere gewählten Vertreter im Kongress und in der Regierung Komplizen dieser Kriegsverbrechen sind - und das muss aufhören."
Chevalier steht für eine neue Generation jüngerer Politiker der Demokraten. Alle Augen richten sich gerade auf Abdul El-Sayed, den Senatskandidaten im Bundesstaat Michigan. Bei den parteiinternen Vorwahlen konnte er sich gegen eine langjährige Unterstützerin Israels durchsetzen. Doch bei den Wahlen in knapp zwei Wochen könnte es eng werden. Die Republikaner versuchen alles, um den bekennenden Muslim als Islamisten und Antisemiten zu diskreditieren.
Vorbild und Mentor für den israelkritischen Flügel der Demokraten ist der neue Bürgermeister von New York. Allerdings bemüht sich Zohran Mamdani im neuen Amt bewusst um eine Gratwanderung: Auch er wirft Israel einen Genozid im Gaza vor, hat aber zugleich ein ambitioniertes Programm gegen Antisemitismus auf den Weg gebracht. Als er am Jahrestag des Terrorangriffs vom 7. Oktober an einer Mahnwache mit jüdischen Organisationen teilnahm, wurde er jedoch von wütenden Demonstranten als Verräter und Komplize des Völkermords beschimpft.
Darializa Avila Chevalier schlug in der Vorwahl den bisherigen Abgeordneten ihrer Partei und kandidiert nun für einen Sitz im Repräsentantenhaus.
Das Verhältnis zu Israel spaltet allerdings nicht nur die demokratische Partei, sondern auch die MAGA-Bewegung von Donald Trump. Hier ist es nicht der Gaza-, sondern der Iran-Krieg, der die republikanische Basis zerreißt.
Auf der einen Seite gibt es das Lager der "christlichen Zionisten", die Israel vor allem als "Heiliges Land" sehen und gegenüber Feinden wie dem Iran militärisch verteidigen wollen.
Auf der anderen Seite steht der "America First"-Flügel der Bewegung, dem Donald Trump das Ende aller Kriege im Nahen Osten versprochen hat. Die hat der Präsident mit dem Iran-Krieg gegen sich aufgebracht; umso mehr, als mitten im Wahlkampf die Energiepreise explodieren, weil der Präsident keinen Ausweg aus dem Konflikt findet.
Der frühere Fox-News-Moderator Tucker Carlson hat deswegen ganz offen mit Trump gebrochen: "Ich habe Mitleid mit Donald Trump - so, wie mir alle Sklaven leidtun."