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Slop-Klone: KI-generierte Nachahmungen bedrohen Indie-Entwickler
Das Steam Next Fest verzeichnet diesmal fast 7.000 Demos. KI-Werkzeuge erleichtern aber nicht nur die Entwicklung, sondern auch das schnelle Kopieren fremder Spielideen. Die Folgen reichen von minderwertigen Nachahmungen bis zu Entwicklern, die eigentlich angekündigte Demos nun doch lieber unter Verschluss halten.
Seit Montagabend und noch übers kommende Wochenende läuft auf Steam abermals das Steam Next Fest – eine Art virtuelle Spielemesse für Indie-Games, im Rahmen derer kleinere und unabhängige Entwicklerteams ihre neuen und bevorstehenden Spiele mit einer Demo-Version zur Schau stellen können. Und derer gibt es reichlich: 6.994 Einträge umfasst die Startseite des Events auf Steam, so viele wie nie zuvor. Laut PC Gamer waren es noch zur Juni-Ausgabe nur ungefähr halb so viele. Im Juni 2022, also vor gut vier Jahren, zählte das Next Fest hingegen gerade einmal etwas mehr als 1.000 Demos.
Ein wesentlicher Grund für den starken Anstieg ist mutmaßlich in den Fortschritten bei KI-Werkzeugen und der agentischen Softwareentwicklung zu finden. Diese erleichtern nicht nur die Entwicklung originaler Spiele oder das Portieren zahlreicher Klassiker oder proprietärer Technologien auf neue Plattformen, sondern auch das schnelle sowie unverfängliche Produzieren einer Vielzahl einfacher Prototypen, die zunächst vor allem eine Idee auf ihre Rezeption ausloten sollen.
Will meinen: Wo sich in der Vergangenheit vorwiegend bald fertige Spiele erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentierten, ringen jetzt hunderte oder gar tausende unausgegorene Machbarkeitsstudien um Aufmerksamkeit, die eine ordentliche Entwicklung erst zur Folge hätte – wenn überhaupt. Denn wenn die Zahl der maßgeblich KI-generierten Einreichungen schneller wächst als deren Ausarbeitung, droht die Veranstaltung in einer Masse aus unfertigen und meist wenig unterhaltsamen Slop-Games ohne Zukunft unterzugehen.
Es gibt aber noch ein zweites Problem: Auch die Hürden für Nachahmer sind niedrig wie nie. Wie schnell eine neue Spielidee kopiert werden kann, zeigt exemplarisch Escape the Walls. In dem inkrementellen Sandbox-Spiel schlagen Spieler Wände ein. Sonderlich bemerkenswert sind weder Spiel noch Spielkonzept, umso bemerkenswerter aber die rasche Rezeption durch Nachahmer. Am 10. Oktober veröffentlichten die Entwickler erste Aufnahmen des noch in Arbeit steckenden Spiels auf X, was ein anderer Nutzer zynisch kommentierte: „Ihr habt genau sieben Stunden, bevor das jemand auf Roblox kopiert und 20-mal euren Umsatz generiert“.
Und tatsächlich, rund eine Woche später zählte PC Gamer schon mindestens sieben ähnliche Spiele auf Roblox, einer Plattform für nutzergenerierte Spiele. Andere Nachahmer kommentierten sogar selbst auf X: „Unsere Steam-Shopseite ist jetzt auch online!“, heißt es forsch, „Ein bisschen freundlicher Wettbewerb schadet doch nicht!“.
Ein weiterer Fall betrifft Needle In A Haystack: Dessen Entwickler NoGlyph wirft dem Studio Little Field Studios öffentlich vor, für das am 16. Oktober auf Steam erschienene „A Game About Needle In A Haystack“ direkt Code aus seinem Spiel übernommen zu haben. Laut NoGlyph fanden sich in den Spieldateien 13 Klassen mit identischen Namen, mehr als die Hälfte der Funktionen in diesen Klassen stimme exakt überein. Auch Fehlermeldungen seien wortgleich übernommen worden, darunter ein Verweis auf einen Shader, der im Spiel von Little Field Studios gar nicht existiere.
Und die Zahl von diesmal rund 7.000 am Steam Next Fest teilnehmenden Spiele-Demos untermauert: Um Einzelfälle handelt es sich sehr wahrscheinlich nicht. Je schneller sich ein Spielkonzept zumindest rudimentär umsetzen lässt, desto schneller können andere es aufgreifen und auf den Markt bringen. Die ursprünglichen Entwickler laufen damit Gefahr, dass eine Kopie Aufmerksamkeit und potenzielle Einnahmen abgreift, bevor das Original überhaupt erschienen ist.
Dass diese Sorge bereits konkrete Folgen hat, zeigt Drunken Goddess Reflux. Das Gelegenheitsspiel verbindet ru