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45. Jubiläum des Kult-Synthesizers: Jupiter-08 und n/vision für Rolands Boutique-Reihe
Roland baut die Boutique-Serie mit zwei kompakten Synthesizern weiter aus. Der Jupiter-08 legt den JUPITER-8 von 1981 zum 45. Jubiläum mit bis zu 32 Stimmen im Mini-Format neu auf, der n/vision setzt dagegen auf zwei Wavetable-Layer, Wave-Shaping, umfangreiche Modulation sowie Analog-Modeling-Filter für die Klangformung.
Beim Jupiter-08 nimmt Roland sowohl klanglich als auch hinsichtlich der Bedienoberfläche den analogen Jupiter-8 zum Vorbild. Das 1981 eingeführte Original entwickelte sich schnell zu einem der bekanntesten polyphonen Synthesizer des Herstellers und ist bis heute in Synthie-Pop, Videospiel-Soundtracks, Filmmusik und modernen Pop-Produktionen zu hören und prägt noch heute Generationen von Musikern.
Bereits 2015 hatte Roland mit dem JP-08 eine Miniaturausgabe des Jupiter 8 vorgestellt und damit zugleich den Grundstein für die Boutique-Serie gelegt. Später folgten verkleinerte und modernisierte Varianten weiterer Klassiker wie Juno 106, JX-3P, JX-8P und JD-800. Der JP-08 selbst erwischte allerdings keinen gelungenen Start: Während der Klang überwiegend positiv aufgenommen wurde, sorgten insbesondere die Beschränkung auf vier statt acht Stimmen beim Original, der fehlende Arpeggiator und die schwache MIDI-Integration für deutliche Kritik. Beim Layer-Split blieben durch die geringe Polyphonie sogar lediglich zwei Stimmen je Layer übrig, was die Funktion kaum brauchbar machte. Klangparameter ließen sich zudem nicht regulär über MIDI CC senden und empfangen.
Mit der Neuauflage will Roland diese Kritikpunkte ausräumen. In der Grundeinstellung übernimmt der Jupiter-08 die achtstimmige und zweiteilige Architektur seines großen Vorbilds, intern kann die Polyphonie bei Bedarf jedoch auf bis zu 32 Stimmen erweitert werden. Eine überarbeitete Stimmenzuweisung und ein angepasstes Tonhöhenverhalten sollen darüber hinaus die polyphone Wiedergabe verbessern und zugleich den Vintage-Charakter bewahren. Hinzu kommen ein zweiteiliger polyphoner Sequencer mit 64 Schritten sowie ein Arpeggiator. Für die Klangbearbeitung stehen wiederum 17 Effekte einschließlich Chorus und MFX zur Verfügung, ergänzt um ein separates Delay und einen Reverb mit fünf Varianten sowie Shimmer-Modus.
Einen anderen Ansatz verfolgt Roland mit dem n/vision. Der vollständig neu für die Boutique-Serie entwickelte Synthesizer setzt auf Wavetable-Synthese und kombiniert zwei Layer, deren Wavetables sich miteinander mischen und formen lassen. Roland zielt damit unter anderem auf bewegte Pads, aggressive Leads und komplexe Klangfarben. Mehrere Modulationsquellen können etwa die Wavetable-Position, das Mischverhältnis, die Tonhöhe und weitere Klangparameter beeinflussen. Damit tritt Roland in direkte Konkurrenz zu Wavetable-Klangerzeugern im unteren Preissegment wie dem Modwave MK II und dem Wavestate von Korg.
Im Mittelpunkt des n/vision steht zudem Rolands Wave-Shaper-Technologie, die eingehende Wellenformen nichtlinear bearbeitet und dadurch zusätzliche Obertöne sowie neue Texturen erzeugen soll. Der Synthesizer soll damit über die Möglichkeiten klassischer Wavetable-Synthese hinausgehen. Für umfangreicheres Sounddesign bietet er außerdem Step-LFO, Hüllkurven- und Oszillator-Modulation, Motion Recording sowie eine weitreichende Parametersteuerung. Ergänzend kombiniert Roland die Wavetable-Klangerzeugung mit einem Analog-Modeling-Filter inklusive Drive und mehreren Filtermodellen, die sich an klassischen Synthesizern orientieren. Bei der Effektsektion entspricht die Ausstattung den Möglichkeiten des Jupiter-08.
Beide Synthesizer übernehmen die für Rolands Boutique-Serie charakteristische kompakte Bauweise und verfügen über integrierte Lautsprecher. Die Stromversorgung kann wahlweise über Batterien oder USB-C erfolgen. Über USB lassen sich zudem Audio- und MIDI-Daten mit Musiksoftware austauschen, während für MIDI zusätzlich ein klassischer 5-poliger DIN-Anschluss (DIN-5) bereitsteht. Jupiter-08 und n/vision werden außerdem zusammen mit dem K-25m-Keyboard-Dock