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Razer Prio im Test: Der faltbare Mobile-Controller für jede Hosentasche
Dank USB-C zockt man latenzfrei und ohne Akkusorgen. Zwar wirken Trigger und Sticks klein, doch unterwegs schlägt das 110-Euro-Gamepad reine Touch-Eingaben.
Mobile-Gaming-Controller gibt es in verschiedenen Formen. Ihr könnt euer Smartphone hinstellen oder hinlegen und ein ganz gewöhnliches Gamepad benutzen. Bei anderen Systemen klemmt ihr das Handy auf die Oberseite des Eingabegeräts – oder spannt es wie beim Razer Kishi zwischen zwei Hälften. Der Nachteil: Beide Varianten fallen unterwegs recht unhandlich aus. Genau dafür hat sich das Unternehmen etwas einfallen lassen und mit dem Prio einen Controller veröffentlicht, der problemlos in eine Hosentasche passt. Der Trick dabei ist, dass er aufgeklappt und zusammengefaltet werden kann. Aber ist das auch 110 Euro wert?
Box & Zubehör: Viel bringt die Verpackung nicht mit sich. Neben dem Controller selbst gibt es eine kleine Anleitung und zusätzliche Gummihalterungen beziehungsweise -polster für Smartphones.
Design und Verarbeitung: Dass ihr den Prio gut in der Hosentasche oder im Rucksack unterbringen könnt, zeigt sich direkt beim Auspacken. Zusammengeklappt ist der Controller 107 mm x 67 mm x 32 mm groß und wiegt 102 Gramm. Entfaltet ihr ihn, sind es 107 mm x 217 mm x 25,9 mm, wobei Smartphones mit einer Größe von bis zu 7 Zoll darin Platz finden.
Der Klappmechanismus ist hier zweifellos eines der Highlights und wirkt absolut durchdacht. Zu Beginn bedarf es womöglich etwas Fingerspitzengefühl, bis ihr den Dreh beim Öffnen heraus habt. Danach geht der Mechanismus leicht von der Hand – intuitiver hätte die Handhabung dennoch ausfallen dürfen.
Habt ihr ihn aufgeklappt, erhaltet ihr das volle Programm. Zwei Analog-Sticks, ein Steuerkreuz, Bumper, Trigger, vier Face-Buttons sowie dedizierte Funktionstasten. Einerseits bekommt ihr hier taktile Aktionstasten, andererseits kapazitive Sticks, die Drifting eliminieren. Natürlich fallen die Joysticks kompakter aus als bei einem Standard-Gamepad, was im mobilen Alltag jedoch ein absolut verschmerzbarer Kompromiss ist.
Statt auf verschleißanfällige Schleifkontakte setzen moderne Stick-Systeme auf berührungslose oder kapazitive Messung. Das verhindert mechanischen Abrieb im Gehäuse und beugt ungeliebtem Stick-Drifting auch bei kompakten Mobilgeräten wirksam vor.
Wie schon erwähnt, ist der Prio mit Geräten in 7-Zoll-Größe kompatibel - genauer gesagt USB-C-Smartphones (iOS und Android) bis zu einer Länge von 188 Millimetern und Hüllen mit einer Dicke von bis zu 15 Millimetern. Dazu zählen etwa das iPhone 17 Pro Max oder das Samsung Galaxy S26 Ultra.
Über einen eigenen Akku verfügt der Controller unterdessen nicht. Er wird über euer Smartphone mit Strom versorgt, sobald ihr ihn mit dessen USB-C-Anschluss verbindet. Dadurch müsst ihr euch auch keine Sorgen darüber machen, dass dem Prio selbst mittendrin der Saft ausgeht.
Performance, Tasten und Tippgefühl: Die mitgelieferten Abstandshalter und Polster fixieren das Smartphone auch mitsamt Schutzhülle stabil im Rahmen. Dabei müsst ihr euch keine großen Gedanken darüber machen, dass das Gerät sich plötzlich löst. Wer es aus der Halterung nehmen möchte, braucht schon ein wenig Kraft dafür, wodurch versehentliche Abflüge nicht vorkommen. Ob das Band, das die beiden Controller-Hälften zusammenhält, nach regelmäßigem Gebrauch über Jahre hinweg möglicherweise ausleiert, lässt sich angesichts des überschaubaren Testzeitraums nicht sagen. Es hinterlässt jedoch einen sehr vernünftigen und alles andere als billigen Eindruck.