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Missing Link: Vor, zurück, vor zurück
Seit 2018 will die EU die Zeitumstellung abschaffen – passiert ist nichts. Eine leicht satirische Spurensuche durch die Geschichte der europäischen Zeitpolitik.
(Bild: DreamcatcherDiana / Bearbeitung mit KI durch heise medien / Shutterstock.com)
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Gehen drei Institutionen in eine Bar… so könnten viele EU-Witze beginnen, denn jedes Mal, wenn die EU-Kommission einen Vorschlag gemacht hat, braucht das noch die Zustimmung von Europaparlament und Mitgliedstaaten, die sich im sogenannten Rat mehr oder minder einig sein müssen. Dieser Witz allerdings hat seit inzwischen acht Jahren einen gewissen Bart entwickelt: 2018, kurz vor der damaligen Europawahl, schlug die EU-Kommission das Ende aller Zeitumstellung in der Europäischen Union vor. 2019 wurde das vom Europaparlament für gut befunden.
Seit jeher ist das Thema ein Politikum. Das Ende der Zeitumstellung, die vollkommen falsch heißt, da wir dann nur die Uhren umstellen, wehrt sich weiterhin erfolgreich sogar gegen jeden EU-Populismus à la: „Seht, wir kümmern uns!“ Was eigentlich nur vorwärts läuft, lässt sich eben nicht so leicht zurückdrehen.
Denn der Taktgeber der Moderne, der Post-Moderne und der Gegenwart ist einer der wenigen Bereiche, der selbst in politisch verworrenen, verwirrenden und erschreckenden Zeiten planetarisch irgendwie konsensfähig zu bleiben scheint. Doch während die Erde fröhlich im eigenen Takt dahin rotiert, ist die Politik aus eben jenem geraten: Noch immer wird zweimal im Jahr an der Uhr gedreht, vor, zurück, vor, zurück. Und niemand möchte sich wirklich merken, wann er eine Stunde „gewinnt“ und wann er eine Stunde „verliert“.
Dabei gab es einmal eine Zeit, da liefen die Uhren noch nicht weitgehend synchron, da war der Taktgeber weder die Ytterbium-Ionenfalle noch die kommende Generation optischer Uhren, die wiederum bereits jetzt absehbar von Uhren mit Thorium-dotierten Kalziumfluorid-Kristallen abgelöst werden. Aber müssen wir Menschen überhaupt nach Uhren leben? Reicht es nicht, wenn Maschinen dies tun? Impliziert nicht der Zeitfuror die Unterdrückung des Individuums auf systemischer Ebene, und haben nicht die Zeitmaschinen längst die Kontrolle über die Menschheit übernommen? Und wenn ja: Ließe sich dieses Rad zurückdrehen? Eine politische Frage, wie sie eben auch die eigentlich physikalische Größe Zeit ist.
Denn die Zuteilung der Zeitzonen war oft genug politisch willkürlich. Auch die Zeitumstellung mit der Einführung der Sommerzeit in Westeuropa 1977 war in den jeweiligen Ländern ein Politikum. Frankreich hatte sich gerade für die Sommerzeit entschieden, als an die wenigen Staaten, die damals die Europäische Gemeinschaft (EG) bildeten, die damalige EG-Kommission herantrat. Italien hatte die Zeitumstellung bereits, Großbritannien und Irland ebenso. Doch was soll der ganze Zinnober eigentlich? Schon damals musste „Brüssel“ seine Vorschläge begründen, wenn auch deutlich kürzer als heutzutage. Ging es wirklich um „daylight saving time“, die Sommerzeit, die uns mehr Tageslichtstunden bringen soll?
Die Dokumente sprechen eine klare Sprache: „Was den Stromverbrauch angeht, so bleibt er im Wesentlichen konstant: geringfügige Energieeinbußen während der Sommerzeit in Italien, voraussichtliche Zunahme von 0,3 bis 1 Prozent in Frankreich und keine nennenswerten Veränderungen in Großbritannien“, gaben die Brüsseler Beamten schon 1975 den Mitgliedstaaten auf den Weg. Das war ziemlich gut geschätzt – 2018 meldeten einschlägige Versorger, dass Italien mit 580 Gigawatt etwa 0,2 Prozent weniger Stromverbrauch habe, in Frankreich etwa 0,1 Prozent, in Deutschland sei die Einsparung dank Energiesparlampen nicht mehr messbar und aus Spanien kam die Bezifferung von fünf Prozent des Stromverbrauchs. Diversität, wie sie Europa eh und je pflegt, auch im Reporting von Auswirkungen.
Auch positive Auswirkungen auf den Straßenver