// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Proteste in Europa - auch mit Gewalt
Nicht nur Frankreich - auch in vielen anderen europäischen Ländern wurde wieder protestiert. Dabei kam es mancherorts erneut zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Insgesamt melden die Behörden aber weniger Gewalt als am vergangenen Wochenende.
In vielen Ländern Europas sind erneut Menschen auf die Straße gegangen - zum Teil mit ähnlichem Anliegen. Oft geht es den Veranstaltern dabei unter anderem um steigende Lebenshaltungskosten, um hohe Mietkosten, um Korruption. In vielen Orten schlug der Protest dabei allerdings in Gewalt um.
In etlichen Ländern Europas gibt es derzeit Großdemos und Ausschreitungen - aus teils ähnlichen Gründen.
mehr
Bei den größten Demonstrationen in Frankreich kam es erneut zu Ausschreitungen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden fast 1.000 Menschen festgenommen. Die Zahl werde noch steigen, weil noch Bilanz gezogen werden müsse, sagte Minister Laurent Nuñez. Es habe zwar auch wieder Sachbeschädigungen und Plünderungen gegeben. Sie seien aber nicht vergleichbar mit denen der vergangenen Woche.
Hunderttausende auf den Straßen: In Frankreich kam es erneut zu großen Protesten. Dabei wurden auch Ausschreitungen gemeldet.
Die Sicherheitskräfte waren in Alarmbereitschaft, nachdem es am 17. Oktober zu schweren Ausschreitungen am Rande von Demonstrationen gekommen war. 70.000 Polizeikräfte und Gendarmen sollten nun über das Wochenende im Einsatz sein, Wasserwerfer und gepanzerte Fahrzeuge standen bereit. Ladenbesitzer hatten etwa in Paris Spanplatten vor die Schaufenster montiert, um sie vor Beschädigungen zu schützen. In mehreren Städten gab es Versammlungsverbote für bestimmte Zonen sowie Ausgangssperren.
Gestern nahmen nach Angaben des Innenministeriums rund 410.000 Menschen an den landesweiten Protesten teil, davon rund 110.000 in Paris. Der Gewerkschaftsverband CGT meldete laut Medienberichten dagegen rund 800.000 Teilnehmende. Den seit Wochen für eine bessere Ausstattung von Schulen demonstrierenden jungen Leuten schlossen sich weitere Gruppen an, um etwa gegen zu hohe Lebenshaltungskosten zu demonstrieren.
Premierminister Lecornu sucht die Verantwortung bei linksextremen Aktivisten. Doch die Lage ist komplex.
mehr
In Italien haben am Samstag Zehntausende Menschen in verschiedenen Städten protestiert - zur großen Eskalation wie am vergangenen Wochenende in Mailand ist es aber nicht gekommen. In vielen Fällen demonstrierten die meist jungen Menschen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen friedlich zum Beispiel gegen hohe Lebenshaltungskosten, gegen Aufrüstung oder Israels Politik im Nahostkonflikt. Insbesondere in Rom, Bologna und Turin kam es aber auch zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Protestierenden - Demonstrierende warfen zum Beispiel Flaschen oder Feuerwerkskörper. Die Polizei hat Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Hunderte Demonstrierende wurden an verschiedenen Orten in Polizeigewahrsam genommen.
Die Protestaktionen, zu denen über einen Account namens "Movimento 17 ottobre" in Sozialen Medien aufgerufen wurde, haben offenbar nicht stattgefunden - der Name des Accounts kann als Hinweis auf die Krawalle in Mailand am 17. Oktober gelesen werden Die Polizei hatte offenbar Ausschreitungen befürchtet, mehrere Durchsuchungen in Norditalien durchgeführt und einen Mann mit auf die Wache genommen, der für den Account verantwortlich sein soll.