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„Die Arbeitsmoral ist miserabel“: EA-Mitarbeiter rechnen mit Publisher nach jüngsten Entlassungen ab
Nach 400 Entlassungen und der Schließung von BioWare erheben aktuelle und ehemalige EA-Beschäftigte schwere Vorwürfe gegen den Publisher. Sie berichten von intransparenten Kündigungen, Führungsproblemen und wachsendem KI-Druck. Seit der 55-Milliarden-Dollar-Übernahme sei die Stimmung massiv eingebrochen.
Keine drei Monate nach der 55 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme durch ein von Saudi-Arabien angeführtes Investorenkonsortium hat Electronic Arts rund 400 Stellen abgebaut und BioWare geschlossen. Von den Einschnitten sind darüber hinaus Maxis, Full Circle, Motive, Respawn und Ripple Effect betroffen. Aktuelle und ehemalige Beschäftigte beschreiben EA inzwischen als Unternehmen, dessen Führung ihrer Ansicht nach verstärkt Kostensenkungen und die Rendite der neuen Eigentümer priorisiert. Seit der Übernahme lasten rund 20 Milliarden US-Dollar Schulden auf EA.
Massive Kritik richtet sich insbesondere gegen die Art und Weise, wie EA die Entlassungen abwickelt. Das berichtet Vertical Slice nach Gesprächen mit zahlreichen Betroffenen. Zwar informiert der Publisher per E-Mail über Stellenstreichungen, intern bleibt jedoch teilweise selbst für direkte Kollegen und Führungskräfte unklar, wen die Kündigungen treffen. EA soll dies wiederholt mit dem Schutz der Privatsphäre begründet haben. Unter Beschäftigten besteht hingegen der Verdacht, dass Betroffene auf diese Weise isoliert werden sollen. Wer seinen Arbeitsplatz verloren hat, erfahren Kollegen mitunter erst durch Abschiedsnachrichten auf LinkedIn.
Die Folgen dieses Vorgehens reichen den Quellen zufolge bis in die laufende Produktion hinein. Nach größeren Entlassungswellen benötigten Teams teilweise Wochen, um festzustellen, welche Aufgaben nicht mehr bearbeitet werden und wie bestehende Arbeitsabläufe neu organisiert werden müssen. Über informelle Kontakte müssten Beschäftigte zugleich in Erfahrung bringen, welche Kollegen in anderen EA-Studios überhaupt noch angestellt sind. Die damit verbundene emotionale Belastung ziehe sich entsprechend über Wochen hin. Auch die eigentlichen Kündigungsgespräche werden als unpersönlich beschrieben: Bei Zoom-Terminen seien die Chatfunktionen abgeschaltet und andere Teilnehmer nicht sichtbar gewesen, sodass weder Fragen noch ein Abschied von Kollegen möglich gewesen seien. In einigen Fällen gewährt EA eine Übergangsfrist, innerhalb der Betroffene nach einer anderen Position im Konzern suchen können. Viele dieser Stellen setzen allerdings drei Präsenztage pro Woche voraus, weshalb bisherige Remote-Beschäftigte gegebenenfalls umziehen müssten. Für viele Mitarbeiter kommt das aber nicht in Frage: „Ich habe nicht einmal nachgesehen, weil ich nicht mehr an diesem Ort arbeiten möchte“, berichtet eine der Quellen.
Auch unter den verbliebenen Mitarbeitern habe sich die Stimmung erheblich verschlechtert. EAs Leitlinie „weniger, aber besser“ werde intern vielmehr als Forderung verstanden, mit weniger Personal weiterhin dieselbe Arbeitsmenge zu bewältigen. Parallel dazu forciere die Unternehmensführung den Einsatz generativer KI. Eine formelle Nutzungspflicht bestehe bislang zwar nicht, Führungskräfte vermittelten jedoch, dass die Technologie die Zukunft sei und Beschäftigte sich darauf einstellen müssten. Intern wachse deshalb die Befürchtung, EA wolle ausloten, mit wie wenigen Mitarbeitern sich Videospiele entwickeln lassen.
Zunehmend auf Unverständnis stoßen auch Entscheidungen der Konzernführung. So ließ EA in Kirkland ein neues Büro für Ridgeline Games und Cliffhanger Games einrichten. Noch vor dessen Eröffnung wurde Ridgeline allerdings wieder geschlossen, Cliffhanger folgte nur wenige Monate später. Gegenüber dem vorherigen Standort in Seattle sei das neue Büro zudem teurer und kleiner sowie schlechter an öffentliche Verkehrsmittel angebunden. Misstrauen ruft ebenso die Kommunikation des Managements hervor. In der Mitteilung zu den Entlassungen bescheinigte EA beispielsweise der 2007 erstmals in Erscheinung getretenen Skate-Reihe zwar „langf