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Finnische Polizei ermittelt jetzt wegen Bauarbeiten für Google-Rechenzentrum
Seit Wochen gibt es in Finnland Kritik an Bauarbeiten für Rechenzentren von Google und den gefällten Bäumen. Nun ermittelt auch die Polizei.
Die Polizei der nordfinnischen Großstadt Oulu hat strafrechtliche Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Umweltschutzgesetze eingeleitet, nachdem für die Errichtung eines Rechenzentrums für Google womöglich zu viele Bäume gefällt wurden. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk Yle berichtet, gibt es an dem Standort in der Gemeinde Muhos südöstlich von Oulu zudem Mängel bei der Entwässerung und dem Wassermanagement der Baustelle, weitere Vorwürfe könnten sich im Laufe der Ermittlungen ergeben. Laut dem Bericht wird erwartet, dass die Ermittlungen bis ins kommende Jahr dauern werden, angestrebt werde aber, im Dezember weitere Informationen öffentlich zu machen.
Die Bauarbeiten an den beiden Standorten, wo Rechenzentren für Google entstehen sollen, werden von einem Tochterunternehmen des US-Konzerns durchgeführt. Anfang des Monats war diese Firma namens Tuike Finland von der Aufsichtsbehörde LVV (Lupa- ja valvontavirasto) aufgefordert worden, umweltverändernde Baumfällungen, Erdarbeiten, Sprengungen und mehr zu stoppen. Dem ist die Firma laut eigener Aussage nachgekommen, berichtet Yle weiter. Als Nächstes soll sie jetzt bis zur kommenden Woche einen sogenannten Wasserbewirtschaftungsplan vorlegen, der geplante Bauwerke, Zeitpläne und eine unabhängige Wasserüberwachung umfasst, heißt es in dem Bericht. In dem sollen Starkregen, Schneeschmelze sowie Risiken durch sauren Schwarzschiefer im Boden berücksichtigt werden.
Vorausgegangen war den behördlichen Schritten ein Bericht der größten finnischen Naturschutzorganisation Suomen luonnonsuojeluliitto (SLL), in dem es hieß, dass mindestens die Baumaßnahmen in Muhos illegal seien. Dort sei zu viel Wald gerodet worden, hieß es damals. Für den zweiten Standort bei der Stadt Kajaani sei nicht sicher, ob eine diesbezügliche Grenze bei der betroffenen Fläche übertroffen wurde. Welche Folgen das aus dem Weltraum sichtbare Vorgehen vor Ort hat, fasste vergangene Woche der britische Guardian zusammen. Dort wurde eine Anwohnerin zitiert, laut der von den Bauarbeiten vertriebene Wölfe Ortschaften aufgesucht haben.
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Mit den Auseinandersetzungen um die beiden geplanten Rechenzentren ist nun ein Konflikt nach Europa gekommen, der in den USA schon seit Monaten erbittert ausgetragen wird. Im Zuge des KI-Booms werden dort massenhaft neue Rechenzentren geplant und errichtet, wogegen sich immer breiterer Widerstand formiert. In Finnland will Google in den nächsten zwei Jahren mindestens 13 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur investieren. Weil Rechenzentren enorme Mengen an Energie und Wasser für die Kühlung ihrer Server sowie viel Platz benötigen, ist Finnland mit seinen niedrigen Temperaturen, dem stabilen Stromnetz und der dünnen Besiedlung besonders attraktiv.
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