// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Frust bei US-Farmern könnte Trump Stimmen bei den Midterms kosten
Landwirte gelten als wichtige Wählergruppe der US-Republikaner. Doch steigende Kosten und eine unberechenbare Zollpolitik sorgen für Frust. Das könnte bei den Zwischenwahlen zum Stresstest für die Trump-Regierung werden.
In geraden Linien frisst sich die dunkelgrüne Erntemaschine über das Maisfeld. Vorne verschwinden die Pflanzen mit ihren dicken Kolben im Maul des Mähdreschers, hinten füllt sich der Tank mit goldgelben Maiskörnern.
Drei Wochen lang geht das jetzt so für Zach van Arkel und seinen Vater, um ihre 800 Hektar Soja und Mais östlich von Grinnell in Iowa abzuernten. Doch ob sich das in diesem Jahr für sie lohnt, ist alles andere als klar.
Die Kosten steigen wie verrückt: Dünger, Pflanzenschutzmittel, Grundstückskosten, Maschinenkosten, Ersatzteile. "Wir geben viel mehr Geld aus als früher und wir erzielen zwar gute Erträge, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir tatsächlich mehr verdienen", sagt Zach.
Er werde das Leben in den USA wieder erschwinglich machen, hatte Trump versprochen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
mehr
500.000 Dollar hat er allein für seinen Dünger in diesem Jahr bezahlt. Das liegt auch am russischen Krieg in der Ukraine. 1.000 Dollar kostet jede Tankfüllung Diesel für seinen Mähdrescher. Das hängt wiederum auch mit dem Krieg der USA gegen Iran zusammen. Und trotzdem nimmt Zach - wie so viele Farmer in den USA - seinen Präsidenten in Schutz.
"Ich kann keinen direkten Zusammenhang herstellen zwischen der Politik dieser Regierung und den aktuellen Umständen", betont Zach. "Als Landwirte können wir nur kontrollieren, was wir kontrollieren können - und nachts ruhig schlafen, wenn wir wissen, dass wir unser Bestes gegeben haben."
Viele Amerikaner machen US-Präsident Trump für Inflation und hohe Treibstoffpreise verantwortlich.
mehr
Vom Harvester geht der Mais auf den Getreidewagen, dann wird er ins Silo geschüttet, bis zum Verkauf. Wohin und zu welchem Preis, ist ungewiss. Der Markt schwankt heute an einem Tag stärker als früher im ganzen Jahr. Je nach aktueller Zollpolitik der Regierung Trump. Je nach Subventionsversprechen. Und je nach "Deal oder No Deal" über Soja für China oder Maisbioethanol für Kanada und Europa.
Zach schüttelt darüber nur noch den Kopf. "Die Regierung mischt sich so sehr in unser Geschäft ein, dass man sich fragt: 'Führen wir noch dieses Unternehmen oder sind wir bloß Schachfiguren?'" Die Landwirte trügen das gesamte Risiko, bemängelt er. Zwar könnten sie durch ihre Wahlentscheidung Einfluss nehmen, doch Zach fragt sich, ob die Politik überhaupt darauf hört: "Oder hören sie nur auf die, die ihnen das Geld für ihren Wahlkampf geben?"