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PlayStation: Neue Stellenanzeigen befeuern Furcht vor dynamischer Preisgestaltung
Eine neue Stellenanzeige von Sony nährt Spekulationen über eine dynamische Preisgestaltung im PlayStation Store. In der Community wächst die Sorge.
Seit einiger Zeit steht die Vermutung im Raum, dass Sony mit einer dynamischen Preisgestaltung experimentiert. Während in den sozialen Medien immer wieder Screenshots und Berichte auftauchen, hat sich das Unternehmen bisher nicht offiziell zu diesem Thema geäußert. Eine neue Stellenanzeige von Sony enthält nun aber Beschreibungen, die erneut auf einen Ausbau der dynamischen Preisgestaltung im PlayStation Store hindeuten.
Als Dynamic Pricing (dynamische Preisgestaltung) bezeichnet man Preismodelle, bei denen sich der Preis von Produkten flexibel an Angebot, Nachfrage oder im digitalen Raum an das individuelle Nutzerprofil anpasst. Im E-Commerce und Reisebereich ist das längst gängig. Im Gaming-Bereich wächst jedoch die Sorge, dass Algorithmen das Kaufverhalten einzelner Spieler analysieren, um maßgeschneiderte, unterschiedlich hohe Preise im Shop anzuzeigen.
The Game Post ist eine Stellenanzeige ins Auge gefallen. Laut dieser sucht Sony einen neuen Senior Director of Digital Games Monetisation, welcher sich auch um “intelligente Preisgestaltung” kümmern soll. Hauptaufgabe soll es sein, “die wirtschaftliche Leistung der Publisher-Inhalte” zu maximieren. Dabei scheint die dynamische Preisgestaltung eine große Rolle zu spielen.
Teil des Arbeitsalltags sei “die Förderung der Einführung und Weiterentwicklung intelligenter Preisgestaltung, die Ausweitung der Wirkung des Programms für gezielte Angebote sowie die Beschleunigung der Entwicklung zukünftiger Monetarisierungsmöglichkeiten im gesamten Shop”.
Auch wenn der direkte Begriff vermieden wird, erinnert die Beschreibung stark an klassisches “Dynamic Pricing”. Gemeint ist damit, dass zwei Spielern im PS Store für das gleiche Spiel unterschiedliche Preise angezeigt werden. Es wird davon ausgegangen, dass ein Algorithmus versucht so spezifisch Spieler anzusprechen, die eher geneigt wären, das Spiel mit einem etwas größeren Rabatt zu kaufen.
Wichtig ist dabei anzumerken, dass bisher kein Bericht von einer Preiserhöhung sprach. Aktuell scheint es nur um unterschiedlich hohe Rabatte zu gehen. Es wird gemutmaßt, dass Sony die Spielerdaten nutzt, um dann maßgeschneiderte Preisnachlässe anzubieten, die wiederum eher zum Kauf verleiten sollen.
Während nichts davon von offizieller Seite bestätigt wurde, beklagen viele Spieler, dass die Praxis unfair und intransparent ist. Zudem könnte eine solche Strategie rechtliche Probleme mit sich bringen. In Deutschland und der EU ist “Dynamic Pricing” zwar nicht illegal, Verbraucherschützer betonen jedoch, dass solche Modelle in der EU strengen Transparenzregeln unterliegen.
Die Stellenanzeige selbst wirft aber erst einmal nur Buzzwords in den Raum und kann eine solche Strategie implizieren. Bestätigt ist aber nichts davon. Dennoch kommt die Meldung zu einer ungünstigen Zeit, denn seit dem angekündigten Ende der physischen Discs hat Sony keinen guten Stand mehr in der Gaming-Welt. Da kann auch schon eine Formulierung wie “intelligente Preisgestaltung” weiteres Öl ins Feuer gießen.