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Horst Fascher: Star-Club-Mitgründer ist tot
Kiezlegende Fascher: Buchte Künstler für den Star-Club
Horst Fascher, der Mitbegründer des legendären Star-Clubs in der Hamburger Großen Freiheit, ist tot. Wie der NDR aus dem Kreis der Familie erfahren hat, ist Fascher im Alter von 90 Jahren gestorben. Auch die Nachrichtenagentur dpa meldet den Tod unter Berufung auf seinen Bruder. Fascher war Geschäftsführer und buchte die Künstler. Nach den Beatles holte er weitere Größen wie Bill Haley, Chuck Berry, Jimi Hendrix, Fats Domino und die Everly Brothers in die Große Freiheit.
Die Geschichte, die ihn berühmt machte, begann mit einem Fehlurteil. Als die Beatles 1960 zum ersten Mal auf dem Kiez spielten, damals noch unter anderem mit Pete Best und Stuart Sutcliffe, war Fascher nicht beeindruckt. »Die schrammeln mir zu viel«, hat er dem Deutschlandfunk in einem Interview gesagt . Zwei Jahre später holte er die Band dann in seinen Club.
Fascher wurde 1936 in Hamburg geboren. Er machte eine Lehre als Schiffszimmermann und boxte in den Fünfzigerjahren. 1962 überredete er Kiezgröße Manfred Weissleder, das Stern-Kino an der Großen Freiheit 39 zu einem Musikclub umzubauen. Am 13. April 1962 öffnete der Star-Club, und schon am ersten Abend standen die Beatles auf der Bühne.
Während die Briten immer berühmter wurden, machte der Ex-Boxer sich einen Namen als Schläger auf dem Kiez und sein Star-Club wurde zum Schauplatz ausufernder Prügeleien. »Innerhalb von vier Jahren wurden dort 23 Menschen brutal misshandelt – so ermittelten es die Behörden«, schrieb der SPIEGEL. Am 8. Januar 1964 stand die Polizei vor seiner Tür. Dreieinhalb Monate später saß der Ex-Boxer auf der Anklagebank, ihm wurde im ersten »St.-Pauli-Prozess« gefährliche Körperverletzung in acht Fällen vorgeworfen.
1965 musste Horst Fascher eine Haftstrafe antreten. Als er auf Bewährung entlassen wurde, durfte er den Kiez nicht mehr betreten. Fascher meldete sich freiwillig für Vietnam. Als Fascher 1969 wiederkehrte, war er ein anderer Mensch – und St. Pauli ein anderer Kiez.
Die Jahre im Star-Club ließen Fascher bis ins hohe Alter nicht los. Zuletzt soll er in einem Heim in Marienthal gelebt haben, bis zu seinem Umzug soll seine Wohnung fast einem persönlichen Museum geähnelt haben, berichtete die »Hamburger Morgenpost« .