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Linux-Kernel: Sicherheitslücke ermöglicht Fernzugriff
Eine Sicherheitslücke im Netzwerk-Stack des Linux-Kernels ermöglicht es Angreifern, aus der Ferne und ohne Benutzerinteraktion beliebige Befehle mit Root-Rechten auszuführen.
Die Schwachstelle CVE-2026-98432 hat die KI Claude gefunden und auch gleich einen passenden Exploit dafür verfasst. Sie betrifft demnach Linux-Server, die Verbindungen über Multipath TCP (MPTCP) annehmen. Die Kernel-Entwickler haben den Fehler laut Greg Kroah-Hartman behoben und die Korrektur in die gepflegten Stable-Kernel-Zweige übernommen.
Die Ursache liegt in einer Race Condition, die einen Use-after-free-Fehler im Netzwerk-Stack auslöst. Dabei greift der Kernel auf einen Speicherbereich zu, dessen Freigabe bereits erfolgt ist. Sicherheitsforscher demonstrierten, wie sich dieser Fehler für einen Angriff mit zwei Phasen ausnutzen lässt.
Zunächst ermittelt der Angreifer die Speicheradressen des Kernels, indem er den Fehler dazu nutzt, zusätzliche Daten aus dem Kernel-Speicher auszulesen. Darunter kann sich ein Kernel-Zeiger befinden, der Rückschlüsse auf die Speicheraufteilung erlaubt. Anschließend manipuliert der Angreifer den Programmablauf, indem er einen Funktionszeiger überschreibt und so eigenen Code im Kernel-Kontext ausführen lässt. Dieser Code kann schließlich einen frei gewählten Shell-Befehl mit Root-Rechten starten.
Da ein fehlgeschlagener Versuch lediglich den Verbindungsaufbau scheitern lässt, ohne das gesamte System zum Absturz zu bringen, kann ein Angreifer den Vorgang wiederholen. Laut dem von Anthropic beschriebenen Proof of Concept dauerte es 48 Minuten, bis die Experten mittels Exploit eine Kernel-Adresse auslesen konnten. Weitere fünf Minuten dauerte es, um die Ausführung eines Shell-Befehls zu erreichen.
Nach Angaben von Kernel-Maintainer Greg Kroah-Hartman an die CVE-Kernel-Mailingliste wurde der Fehler mit Linux 4.4 eingeführt. Korrekturen enthalten die Kernel-Versionen 6.12.113, 6.18.56 und 7.2.10 sowie die Entwicklungsversion 7.3-rc7. Betreiber betroffener Systeme sollten auf eine korrigierte Kernel-Version aktualisieren.
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Greg Kroah-Hartman hat die Kernel-Version 7.2.15 veröffentlicht. Zugleich kündigte der Linux-Kernel-Maintainer an, dass dies die letzte Aktualisierung des stabilen Kernel-Zweigs 7.2.y ist.
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