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Airlines streichen Flüge: Verliert Deutschland den Anschluss?
Fluggesellschaften klagen über zu hohe Steuern und Abgaben in Deutschland. Die Airlines haben zuletzt etliche Verbindungen gestrichen. Verliert die deutsche Luftfahrt den Anschluss?
Wer im Internet ein Flugticket bucht, kauft mehr als nur einen Sitzplatz im Flieger. Kunden zahlen auch für die Sicherheitskontrollen am Airport, die Flugsicherung und Luftverkehrssteuer. Pro Ticket sind es, je nach Länge der Strecke, zwischen 13 und 60 Euro, die an Steuern anfallen.
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) beklagt, nirgendwo in Europa sei Fliegen so teuer wie in Deutschland. Die Folge: Airlines haben in den vergangenen Jahren viele Verbindungen an deutschen Flughäfen gestrichen.
Seit dem Jahr 2019 sei das Angebot deutlich geschrumpft, sagt BDL-Sprecher Alexander Klay gegenüber der ARD-Finanzredaktion. "Damals gab es an den deutschen Flughäfen insgesamt rund 1.700 Strecken. Heute sind es noch gut 1.500. Und die Strecken, die geblieben sind, werden heute sehr viel seltener bedient als es einmal der Fall war."
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Etwa jede fünfte Verbindung ist nach der Statistik des Luftverkehrsverbands seit dem Jahr 2019 gestrichen worden. Kaum ein anderes Land in Europa hat sich demnach so schleppend von den Folgen der Corona-Pandemie erholt wie Deutschland. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte das Sitzplatzangebot laut BDL 85 Prozent des Niveaus vor der Pandemie. Unter 31 europäischen Staaten belegt Deutschland damit Rang 28.
Die Lage für den deutschen Luftverkehrsmarkt sei angespannt, konstatiert auch Branchenexperte Cord Schellenberg im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion: "Es gibt weniger Angebot für Geschäftsreisende und damit auch insgesamt eine geringere Vielfalt an Zielen."
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Vor allem auf Strecken innerhalb Deutschlands hat die Bahn den Fluggesellschaften den Rang abgelaufen. Nach Daten des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft sind weitaus mehr Geschäftsreisende auf der Schiene unterwegs als in der Luft.
Dabei seien es insbesondere Firmenkunden, die mit höheren Preisen Flüge überhaupt erst wirtschaftlich machen, so Branchenexperte Schellenberg: "Privatreisende buchen oft langfristig und zu günstigeren Preisen. Sie allein können viele Flüge nicht füllen."