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Kommentar: Deno geht zu Cloudflare – gemessen an den eigenen Versprechen
Cloudflare übernimmt Deno, und die Runtime läuft in einem Jahr aus. Das ist ein Bruch mit dem Anspruch, mit dem Deno angetreten war, meint Golo Roden.
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Am 9. Oktober 2026 hat Cloudflare angekündigt, Deno zu übernehmen. Aus dem Projekt war längst ein Unternehmen mit Risikokapital geworden, und dieses Unternehmen wurde nun verkauft. Ich schreibe darüber nicht aus eigenem Schaden, denn wir selbst haben Deno nie eingesetzt und sind immer bei Node.js geblieben. Einige unserer Kundinnen und Kunden setzen Deno dagegen ein. Mich stört an der Übernahme allerdings weniger der Käufer als etwas anderes: der Bruch zwischen dem Anspruch, mit dem Deno angetreten ist, und diesem Verkauf.
Zunächst zu den Fakten. Laut den Ankündigungen von Cloudflare und Deno wechselt das gesamte Deno-Team zu Cloudflare und arbeitet dort künftig an der Plattform Workers. Die Deno-Runtime erhält noch ein Jahr lang monatliche Releases mit Bugfixes und Sicherheitsupdates. Danach endet ihre Entwicklung durch das Team. Deno bleibt Open Source, und wer die Entwicklung weiterführen möchte, ist dazu ausdrücklich eingeladen.
Golo Roden ist Gründer und CTO von the native web GmbH. Er beschäftigt sich mit der Konzeption und Entwicklung von Web- und Cloud-Anwendungen sowie -APIs, mit einem Schwerpunkt auf Event-getriebenen und Service-basierten verteilten Architekturen. Sein Leitsatz lautet, dass Softwareentwicklung kein Selbstzweck ist, sondern immer einer zugrundeliegenden Fachlichkeit folgen muss.
Deno Deploy, der Hosting-Dienst des Unternehmens, läuft noch sechs Monate und wird dann abgeschaltet. Zahlende Kundinnen und Kunden erhalten Unterstützung beim Umzug zu Cloudflare Workers. Die Paket-Registry JSR bleibt in Betrieb, ihre Infrastruktur zieht zu Cloudflare um. Ryan Dahl und Mitgründer Bert Belder sollen außerdem celld, ein Projekt von Deno für verteilte Anwendungen, mit workerd zusammenführen, der Runtime hinter Workers, damit sich Workers künftig auch selbst betreiben lässt.
„To everyone who contributed code, built businesses on Deno, reported problems, and trusted our direction: thank you.“
Cloudflare mache ich dabei keinen Vorwurf. Das Unternehmen handelt folgerichtig. Es holt sich ein erfahrenes Team und eine Technologie, die zur eigenen Plattform passt. So arbeiten Unternehmen, und das ist ihr gutes Recht. Die Frage, die mich beschäftigt, richtet sich an die andere Seite.
Der erste Akt begann, als Ryan Dahl, der Softwareentwickler hinter Deno, im Juni 2018 auf der JSConf EU seinen Vortrag „10 Things I Regret About Node.js“ hielt. Darin rechnete er mit Entscheidungen ab, die er bei Node.js getroffen hatte. Das waren die fehlende Sandbox, das Build-System, die package.json, das Verzeichnis node_modules und die zentrale Rolle von npm. Deno sollte es besser machen, sicher von Grund auf, mit TypeScript und ohne Abhängigkeit von einer zentralen Registry. Der Anspruch war von Beginn an groß, nämlich die Fehler zu korrigieren, die Node.js nicht mehr loswurde.
Ich hielt Deno damals vor allem für heiße Luft, und im Oktober 2024 habe ich rückblickend darüber geschrieben: