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Til Schweiger: Habe Party-Einladung von Harvey Weinstein abgelehnt, wurde von diesem beschimpft
Schauspieler Schweiger (2017): Mailbox voller Beleidigungen
Schauspieler Til Schweiger hat eine Party-Einladung des wegen Sexualverbrechen verurteilten früheren Medienmoguls Harvey Weinstein ausgeschlagen und ist dafür von diesem nach eigenen Worten beschimpft worden. Schweiger habe Weinstein, 74, beim Dreh des Films »Inglourious Basterds« (2009) kennengelernt, berichtete er.
»Er kam am Set auf mich zu und sagte: ›Til, es ist eine Ehre, mit dir zu arbeiten‹. Dass ich ein ›amazing actor‹ (großartiger Schauspieler) bin, hat er gesagt und einfach ›wonderful‹«, sagte der 62-Jährige der deutschen Ausgabe des »Playboy« .
Vielleicht sei der ja doch kein Arsch, habe er sich gedacht, sagte Schweiger weiter. »Aber dann liege ich nachts im Bett, und mein Telefon klingelt, eine LA-Nummer, 213.« Am Telefon sei Weinstein gewesen, der ihn gefragt habe, wo er sei. Schweiger erklärte ihm, dass er schlafe, worauf dieser gesagt habe, dass er im Club feiern gehen wolle und ihn brauche. Schweiger musste aber früh aufstehen. »Er wieder: ›Du stehst jetzt auf!‹ Und ich: ›Harvey, du hast mich nicht verstanden, ich liege im Bett, ich komme nicht‹.«
Dann habe Weinstein angefangen, ihn zu beleidigen. »Irgendwann hab’ ich aufgelegt. Am nächsten Morgen habe ich auf mein Handy geschaut, und da waren 17 verpasste Anrufe«, berichtete Schweiger. Die Mailbox sei voller Beleidigungen gewesen. Das sei sein einziger Kontakt mit Weinstein gewesen, sagte Schweiger.
Ob für ihn in Hollywood mehr drin gewesen wäre, wenn er feiern gegangen wäre? »Ich glaube, dazu war das zu nichtig. Der hat mich in dem Moment halt als Frauen-Magnet gebraucht.«
In Quentin Tarantinos amerikanischem Weltkriegsfilm »Inglourious Basterds« spielte Schweiger Feldwebel Hugo Stiglitz an der Seite von Weltstar Brad Pitt als Anführer einer Gruppe von Nazi-Killern. Der Film wurde auch im Filmstudio Babelsberg gedreht. Weinstein war früher eine Schlüsselfigur im Filmbusiness in Hollywood und Teil der Glamourwelt. Er produzierte auch »Inglourious Basterds«. Dann kamen Vorwürfe Dutzender Frauen zu Sexualverbrechen ans Licht. Er wurde mehrfach verurteilt und sitzt im Gefängnis.
Als Schweiger 2023 im SPIEGEL vorgeworfen wurde , er habe bei Dreharbeiten Mitarbeitende schikaniert, sei betrunken am Set gewesen und gewalttätig geworden, verwahrte sich Schweiger dagegen, ihn deshalb in einem Atemzug mit Harvey Weinstein zu nennen. In einem Rundbrief sei gefordert worden: »Helft uns dabei, diese Dinosaurier auf die Müllhalde der Geschichte zu werfen. Schweiger sagte dazu im »Stern« : »Da sollte meines Erachtens subtil der Eindruck erweckt werden, dass ich und Harvey Weinstein aus demselben Holz geschnitzt seien. Weinstein ist ein überführter mehrfacher Vergewaltiger. Und er hat im Übrigen auch einige Karrieren zerstört.«