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Komponist von Halo und Destiny erhält keinen Sitz im US-Repräsentantenhaus
Klare Niederlage in Nevada: Der frühere Bungie-Musiker verliert das Kongress-Duell gegen die amtierende Demokratin Susie Lee nach Auszählung der Stimmen deutlich.
Die politischen Ambitionen von „Halo“- und „Destiny“-Komponist Marty O'Donnell haben bei den gestrigen US-Midterm-Wahlen einen herben Dämpfer erlitten. O'Donnell trat als republikanischer Kandidat im dritten Kongressbezirk von Nevada an, um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus zu ergattern. Den Prognosen zufolge muss er sich jedoch geschlagen geben.
Die Nachrichtenagentur Associated Press entschied das Rennen heute Morgen um 9 Uhr für beendet: Die amtierende Demokratin Susie Lee führt zum aktuellen Zeitpunkt mit 59,1 Prozent der Stimmen. O'Donnell kommt lediglich auf 38,6 Prozent – ein Rückstand von über 51.000 Stimmen. Schätzungen von Associated Press zufolge sind bereits 86 Prozent der Stimmen ausgezählt. Bestätigt sich das, ist eine Aufholjagd für O'Donnell rechnerisch unmöglich. Lee ritt offenbar auf der „blauen Welle“, mit der die Demokraten zahlreiche Sitze im gesamten US-Kongress und Senat für sich gewinnen konnten.
O'Donnell genießt in der Gaming-Welt vor allem für seine musikalischen Meisterwerke Kultstatus. Er komponierte einige der beliebtesten Soundtracks von Entwickler Bungie und prägte Meilensteine wie Halo, Destiny, Myth und Oni. Auf das politische Parkett wagte er sich, nachdem ihn das Studio 2014 vor die Tür gesetzt hatte. Seitdem fiel er immer wieder durch kontroverse Äußerungen auf. So bezeichnete er die LGBTQA+-Community gemeinsam mit Marxismus und Islamisten als „existenzielle Bedrohung“. Zudem sprach er sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe aus – Aussagen, die während seines Wahlkampfs für reichlich Gegenwind sorgten.
Laut seiner offiziellen Website setzte O'Donnell im Wahlkampf auf wirtschaftlichen Aufschwung, die Unterstützung lokaler Kleinunternehmen, verschärften Grenzschutz sowie Maßnahmen gegen Korruption. Spenden klassischer Unternehmens-PACs lehnte er zwar ab – ein Dauerbrennerthema dieser Wahlperiode. Dafür sicherte er sich finanzielle Rückendeckung vom Trump-nahen „Safety and Affordability Super PAC“. Allerdings strich die Organisation im vergangenen Monat Werbegelder in Höhe von zwei Millionen Dollar.
Nach seiner Trennung von Bungie erstritt O'Donnell vor Gericht einen beträchtlichen Vergleich, da das Studio ihm laut eigener Aussage ohne triftigen Grund gekündigt hatte. 2021 geriet er in einem Folgeverfahren jedoch erneut ins juristische Kreuzfeuer: Ein Gericht verurteilte ihn wegen Missachtung des Gerichts, nachdem er Destiny-Assets auf seinem privaten YouTube-Kanal hochgeladen hatte.