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Millionen Euro verschwunden: Vucic-nahe Bank in Serbien geschlossen
Die serbische Alta Bank ist geschlossen, ihr Besitzer verhaftet. Der mutmaßliche Vertraute des früheren Präsidenten Vucic soll knapp 400 Millionen Euro gestohlen haben. Auch staatliche Gelder könnten betroffen sein.
Die Geschichte der serbischen Alta Bank ist in jeder Hinsicht bemerkenswert. Eigentümer Davor Macura ist innerhalb weniger Jahre vom Besitzer einer Wechselstube in Belgrad zum Banker aufgestiegen. Möglicherweise durch gute Verbindungen zum ehemaligen Präsidenten Aleksandar Vucic, wie es jetzt in serbischen Medien heißt.
2019 kaufte Macura dem Staat Anteile an einer ehemaligen jugoslawischen Bank ab und benannte sie in Alta Bank um. Es begann ein erstaunlicher Aufstieg: Innerhalb weniger Jahre eröffneten viele staatliche Institutionen plötzlich ein Konto bei der Alta Bank, so der Belgrader Wirtschaftsprofessor Goran Radosavljevic.
Früher habe der Staat seine Zahlungen - etwa die Rentenauszahlungen - über die Post-Sparkasse abgewickelt, eine staatliche Bank, sagte Radosavljevic. "Irgendwann entschied jemand, diese Zahlungsströme auf die Alta Bank zu verlagern, obwohl es sich nicht um eine staatliche Bank handelt." Außerdem weitete Macura auch das Geschäft mit den Wechselstuben aus.
Vor wenigen Tagen entzog die Serbische Nationalbank der Alta Bank die Lizenz. Innerhalb kurzer Zeit sollen Gelder von rund 140 Millionen Euro aus der Bank abgezogen worden sein, so Medienberichte. Demnach hatte die Alta Bank das gesamte Jahr schon Liquiditätsprobleme.
Die oppositionelle Studentenliste habe die Wahl gewonnen, sagte Vucic in einer Ansprache in Belgrad.
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Besitzer Davor Macura wurde festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zusammen mit zwei Mitarbeitern Geld aus dem Tresor der Bank geklaut zu haben. Und zwar ganze 45 Milliarden Dinar, umgerechnet rund 380 Millionen Euro. Die enorme Summe wirft viele Fragen auf.
Es sei sehr schwer vorstellbar, dass jemand 45 Milliarden Dinar oder 380 Millionen Euro in Scheinen abtransportiert haben soll, sagt Wirtschaftsprofessor Goran Radosavljevic. Das wären mehrere Tonnen Geld, die nicht einfach unbemerkt hätten verschwinden können.
"Es ist durchaus möglich, dass dieses Geld physisch nie im Tresor war", sagt Radosavljevic. "In den Unterlagen wurde so getan, als sei es dort eingegangen, während es tatsächlich anderswohin floss und dort angelegt wurde."
Das serbische Investigativnetzwerk KRIK will erfahren haben, dass ein Großteil des Geldes über fingierte Buchungen von Macuras Wechselstuben abgeflossen sein soll. Die Staatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität ermittelt.