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Katastrophenübung: Was wäre, wenn eine Dürre Deutschland lahmlegt?
Jahrelang kaum Regen in Deutschland, heiße Sommer und dann seit Wochen eine extreme Hitzewelle. Das ist das Szenario von LÜKEX, einer Übung, die das Krisenmanagement von 180 beteiligten Organisationen verbessern soll.
Angenommen, seit mehreren Jahren hat es in Deutschland stets zu wenig geregnet - die Flüsse führen kaum noch Wasser, der Grundwasserspiegel ist abgesunken und die Vorräte an Trinkwasser werden knapp. Seit einigen Wochen liegen die Temperaturen jeden Tag über vierzig Grad, bis zu 45 in der Spitze.
In diesem Szenario haben 180 Behörden von Bund und Ländern, Hilfsorganisationen und Betreiber sogenannter Kritischer Infrastruktur (KRITIS) drei Tage lang dezentral, aber gemeinsam ihre Abläufe für den Katastrophenschutz erprobt, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.
Doch kein überhitzter Patient wurde bei dieser Übung in die Notaufnahme eingeliefert, es wurden keine Tankwagen mit Trinkwasser angekarrt und keine zusätzlichen Lebensmittel aus Übersee eingekauft. Die Übung spielte sich ausschließlich an den Monitoren der beteiligten Organisationen ab - in ganz Deutschland.
FAQ
26.06.2026
Deutschland ächzt unter Hitzerekorden - doch beim Schutz der Bevölkerung bleiben viele Maßnahmen Stückwerk.
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Drei Jahre lang hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium LÜKEX vorbereitet. Ein Jahr wird es brauchen, um die Übung vollständig auszuwerten.
Man will beim Katastrophenschutz nichts mehr dem Zufall überlassen: "In einer Zeit, in der Extremwetterereignisse wie Hitze und Dürren zunehmen, ist es entscheidend, dass wir gemeinsam an Lösungen arbeiten und die Strukturen stärken. Die diesjährige LÜKEX mit dem Schwerpunkt Dürre und Hitzewelle ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung", so BBK-Präsidentin Grit Tüngler.
Markus Reichstein, Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena, erforscht die Resilienz der Bevölkerung, aber auch der Biosphäre gegenüber Klimaextremen. Er weiß, wie Böden, Wasser und Vegetation darauf reagieren.
Er sagt: "Wir haben in Deutschland bereits erlebt, dass sich Dürren über mehrere Jahre hinziehen können. In einigen Regionen waren die Böden nach 2018 über fünf Jahre hinweg bis in große Tiefen ungewöhnlich trocken. Wann die nächste mehrjährige Dürre kommt, können wir nicht vorhersagen - aber sie ist ein reales Risiko, auf das wir uns vorbereiten müssen."