// EUROGAMER.DE — GAMING
Zu stoisch: Capcom erklärt, warum die Remake-Reihe nicht mit Resident Evil 1 begann
Entwickler-Veteran Jun Takeuchi begründet den Vorzug für Raccoon City und äußert Zweifel am Horror-Konzept des Seriendebüts bei der modernen Spielerschaft.
Capcoms moderne Remakes der Resident-Evil-Reihe begannen mit dem zweiten Teil. Warum das Unternehmen nicht beim Original begann, hat nun Jun Takeuchi verraten.
Mit dem Seriendebüt zu beginnen, wirkt naheliegend. Das Problem ist jedoch die Ausrichtung des Titels, den Takeuchi als "stoisch" empfindet. Der Ausbruch in Raccoon City erschien ihm wie der weitaus bessere Startpunkt
Unter Serienschöpfer Shinji Mikami erhielt Resident Evil 2002 auf dem Nintendo GameCube eine grundlegende Neuauflage. Das von Fans als "REmake" gefeierte Werk gilt bis heute als Meisterstück des Survival-Horrors und definierte mit den "Crimson Heads" neue Maßstäbe für das Genre.
Im Sondermagazin Biohazard 30th Special führt Takeuchi die Begründung genauer aus: "Dass wir uns beim ersten Remake gegen Resident Evil 1 entschieden haben, liegt daran, wie stoisch dieses Spiel ist. Es zieht seinen Horror extrem stark aus dieser stoischen Grundstimmung."
"Wir hatten daher Sorge, dass es bei der heutigen Spielerschaft nicht zündet", erläutert er. "Zudem bildet der Vorfall in Raccoon City im Grunde den eigentlichen Ausgangspunkt der Resident-Evil-Saga. Wir waren überzeugt: Diese Geschehnisse selbst zu erleben, führt am besten an die Ursprünge heran."
Eine zeitgemäße Neuauflage des Erstlings gab es bis heute nicht. Auf das Remake von Teil 2 folgten Neuauflagen der Teile 3 und 4, während für 2027 Resident Evil Veronica angekündigt ist. Wie es danach weitergeht, bleibt vorerst ungewiss.
In der Vergangenheit erschien bereits eine Neuveröffentlichung von Resident Evil. Diese kam 2002 für den GameCube auf den Markt, hat also auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Wer sich eine zeitgemäße Adaption wünscht, braucht also weiterhin Geduld.