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Neuer Reaktortyp soll Atommüll wiederverwerten
Ein Forschungsreaktor der TU Dresden soll abgebrannte Brennelemente direkt nutzen und die Suche nach einem Endlager erübrigen.
Ausbildungsreaktor der Technischen Universität Dresden: Die Universität will einen Reaktor zur Wiederverwertung von Atommüll entwickeln.
Die Technische Universität Dresden (TUD) will Atommüll für die Erzeugung von Strom und andere Anwendungszwecke wiederverwendbar machen. Dafür plant sie die Entwicklung eines Atomreaktors, der daraus Strom und wiederverwertbare Spaltprodukte erzeugt.
Vorangegangen ist eine mit Mitteln des Freistaates Sachsen erstellte Machbarkeitsstudie. Diese zeigt auf, wie ein Flüssigsalzreaktor mit abgebrannten Brennelementen betrieben werden kann, welche dafür keiner Wiederaufbereitung bedürfen. „Damit könnte die Notwendigkeit eines Endlagers mit Standards gemäß Standortauswahlgesetz entfallen und Sachsen sich mit einer innovativen Technologie eine weltweite Technologieführerschaft mit Exportchancen sichern“, beschreibt die Uni die Potenziale des Projekts.
Demnach plant die TUD den Bau eines sogenannten Flüssigsalzreaktors, ein Reaktortyp, bei dem der Brennstoff in Form von durch Hitze geschmolzenem Salz vorliegt. Die Universität spricht von einem Experimentalrecyclingreaktor, der die abgebrannten Brennstäbe sowohl im unverglasten als auch im verglasten – also wiederaufbereiteten Zustand – nutzen kann. Eine gesonderte Wiederaufbereitung für den Einsatz in dem Reaktor soll nicht nötig sein, die Brennstäbe könnten also direkt verwertet werden. Wiederverwertbarer Atommüll soll nicht nur Strom liefern, sondern auch Spaltprodukte, die medizinisch und technisch weiterverwendet werden können.
Das Projekt ist laut TUD strategisch so konzipiert, dass eine Errichtung des Reaktors unter dem derzeitigen Atomgesetz (AtG) möglich ist, da keine kommerzielle Stromproduktion erfolgt und auf die Wiederaufarbeitung verzichtet wird. Bis ein solcher Reaktor entwickelt und gebaut ist, wird es aber noch mindestens fünf Jahre dauern. Mit einer thermischen Maximalleistung von 50 Megawatt soll er dann über einen Zeitraum von 20 Jahren betrieben werden. Nötige Investitionen aus öffentlicher Hand schätzt die TUD auf rund 1,95 Milliarden Euro. Sollte sich das Projekt als Erfolg erweisen, wäre demnach noch eine Anpassung des AtG erforderlich, damit die Technologie ab 2045 in den kommerziellen Betrieb gehen könnte. Potenzielle Standorte sind der bestehende Forschungsstandort Rossendorf oder Transformationsstandorte in der Lausitz, etwa die Kraftwerke Schwarze Pumpe nahe Cottbus in oder Boxberg im Landkreis Görlitz.
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