// HEISE ONLINE — MOBILE & WEB
Commodore Callback 8020: Klapphandy ohne Browser, soziale Netzwerke und 5G
Commodore bringt mit dem Callback 8020 ein Klapphandy für Retro-Fans auf den Markt. Ohne Browser und soziale Netzwerke steht Digital Detox im Vordergrund.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Commodore will mit einem ungewöhnlichen Mobiltelefon gegen Smartphone-Abhängigkeit antreten. Das neu angekündigte Callback 8020 verzichtet bewusst auf Webbrowser, E-Mail und soziale Netzwerke. Stattdessen soll das Klapphandy als Mittelweg zwischen klassischem Feature-Phone und Smartphone dienen. Die Markteinführung ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Der Hersteller positioniert das Gerät ausdrücklich als Antwort auf die ständige Erreichbarkeit und die aus seiner Sicht problematischen Mechanismen moderner Smartphone-Plattformen. Commodore-Chef Peri Fractic beschreibt das Callback 8020 im Gespräch mit heise als „nicht dummes Dumbphone“ für Menschen, die weniger Zeit mit Scrollen und mehr Zeit in der realen Welt verbringen möchten. Angedacht ist etwa der Einsatz als Zweitgerät, mit dem man erreichbar bleibt, ohne sich den Verlockungen des Smartphones mit seinen Benachrichtigungen, Apps und Spielen dauerhaft auszusetzen. Den Ausschlag gegeben habe seine kleine Tochter und die Einsicht in das eigene Verhalten: „Ich war süchtig nach meinem Smartphone“, so Prei Fractic.
Technisch basiert das Gerät auf Sailfish OS von Jolla. Das finnische Unternehmen wurde von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern gegründet und entwickelt das Linux-basierte Betriebssystem seit mehr als einem Jahrzehnt weiter. Laut Commodore wurde Sailfish OS für das Callback angepasst. In Sailfish OS ist ein eigener Layer eingebaut, der die Installation und Ausführung von Android-Apps ermöglicht, selbstredend ohne offizielle Google-Dienste. Mit dem Jolla C2 verkauft der Hersteller des Betriebssystems auch ein Smartphone mit seinem OS.
Trotz des Verzichts auf Android soll das Telefon über die Android-Laufzeitumgebung mit mehr als 99 Prozent aller Android-Apps kompatibel sein. Commodore nennt unter anderem WhatsApp, Maps, Uber und Spotify. Damit will man sicherstellen, dass bei all dem Retro-Feeling und Verzicht auf die Komplexität eines Smartphones der Nutzwert nicht komplett verloren geht. Browser und soziale Netzwerke werden nach Angaben des Unternehmens jedoch auf Systemebene blockiert. Commodore spricht dabei von einer patentangemeldeten Technik.
Bedient wird das Telefon hauptsächlich über die klassische Handy-Tastatur samt T9-Eingabe. Wem das Tippen damit zu umständlich ist, der kann seinen Text auch per Spracherkennung diktieren. Das Display unterstützt technisch auch die Touch-Bedienung, diese sei aber standardmäßig deaktiviert, so der CEO. Apps, die ohne Touch nicht funktionieren, sollen sie aber einschalten können.
Commodore verspricht einen konsequenten Datenschutzansatz. Weder der Hersteller selbst noch Sailfish OS sollen Nutzerdaten ohne Zustimmung sammeln oder für Werbezwecke auswerten können. Das Betriebssystem werde nicht zur Datenmonetarisierung eingesetzt und teile Informationen nicht mit Dritten, heißt es.
Ein weiteres Merkmal ist ein LED-Benachrichtigungssystem auf der Außenseite des Klapphandys. Statt Popup-Meldungen soll eine einfache Lichtanzeige als fünf LEDs in den Commodore-Regenbogenfarben über neue Ereignisse informieren. Das Display auf der Außenseite zeigt lediglich Uhrzeit, Datum, Akkustand und Netzempfang an. 5G-Empfang unterstützt das Gerät nicht.
Optisch orientiert sich das Callback 8020 an Mobiltelefonen der frühen 2000er Jahre, die Farben der beige-braunen Variante dürften Retro-Fans das Herz erwärmen. Das Gerät verfügt über einen austauschbaren Akku, wechselbare Gehäuseschalen und einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss. Außerdem integriert Commodore einen FM-Radioempfänger sowie einen Hi-Res-Audio-DAC für Musikwiedergabe. Anders als viele Handys verwendet das Callback nicht das Kopfhörerkabel als Radioantenne: Sie steckt in der kleinen St