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Marktbericht: DAX-Rekord bleibt in Reichweite
Die weiter sinkenden Rohstoffpreise könnten heute für eine freundliche Stimmung am Aktienmarkt sorgen. Der DAX dürfte sich weiter seinem Rekordhoch nähern. Im Blick stehen die Zahlen von Mercedes-Benz.
Der DAX dürfte sich heute weiter dem Rekordhoch von vor drei Wochen bei 25.900 Zählern annähern. Der Broker IG taxierte das Börsenbarometer vor dem Xetra-Start rund 0,3 Prozent höher auf 25.445 Punkte.
Gestern war der deutsche Leitindex mit einem Plus von einem Prozent auf 25.361 Punkten aus dem Handel gegangen. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte zum Wochenstart die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten aufgehellt.
Vor allem der sinkende Ölpreis weckte die Zuversicht der Investoren. Der Preisverfall setzt sich heute fort: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich im asiatischen Handel um 1,6 Prozent auf 86,91 Dollar. Das US-Öl WTI notierte 1,9 Prozent schwächer bei 81,02 Dollar.
"Mit dem Rückgang des Ölpreises verlagert sich der Fokus der Märkte auf die US-Notenbank Fed und die anstehenden Zahlen großer Technologiekonzerne", sagte Daniela Hathorn, Analystin beim Online-Broker capital.com. "Entscheidend wird nun, ob die Inflation weiter nachlässt und die hohen KI-Investitionen sich in nachhaltige Erträge übersetzen lassen."
In dieser Woche werden Schwergewichte wie Microsoft, Amazon, Meta und Apple ihre Quartalszahlen vorlegen. In der vergangenen Woche hatten hohe KI-Investitionen bei Tesla und der Google-Mutter Alphabet die Anleger ernüchtert.
Vor den Zahlen herrschte an der Wall Street deshalb gestern Zurückhaltung: Der Dow Jones schloss 0,5 Prozent höher auf 52.210 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat mit einem minimalen Plus bei 7.413 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,2 Prozent auf 24.932 Punkte nach.
Außerdem haben die Anleger schon den Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch im Blick. Händlern zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt bei 38 Prozent. "Die Finanzmärkte halten eine Zinserhöhung bereits im Juli für möglich, rechnen aber eher im September mit einem echten Kurswechsel. Dann liegen der Fed mehr verlässliche Wirtschaftsdaten vor", kommentiert Kevin Thozet, Marktexperte bei Carmignac.
Die Sorgen über die riesigen Finanzierungskosten des KI-Booms belasten derzeit auch Asiens Börsen. Ein Ausverkauf bei Chipherstellern lässt den südkoreanischen Leitindex Kospi zeitweise um mehr als neun Prozent abstürzen. In Seoul wurde der Handel wegen der heftigen Kursverluste für 20 Minuten ausgesetzt. Der japanische Nikkei-Index fällt um mehr als vier Prozent.
Die Aktien der südkoreanischen Speicherchip-Hersteller Samsung Electronics und SK Hynix verloren rund 13 Prozent. Beide Unternehmen haben seit ihren Rekordständen im vergangenen Monat fast die Hälfte ihres Börsenwerts eingebüßt.