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Neue Rekorde und Kurioses: SK Hynix macht viel mehr Gewinn als Umsatz
SK Hynix hat im zweiten Quartal seinen Gewinn extrem gesteigert, er übertraf netto sogar den Umsatz. Wie kann das sein? SK Hynix hält seit einigen Jahren einen kleinen Anteil an Kioxia. Dieser Prozentsatz war seinerzeit vergleichsweise günstig und wirft nun extrem hohe Gewinne ab, sodass es zu diesen Konstellationen kommt.
Es sind Zahlen, von denen selbst die Speicherhersteller zuletzt überrascht waren, so hoch fallen sie aus. 93,9226 Billionen südkoreanische Won, umgerechnet fast exakt 65 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 56,98 Milliarden Euro, hat SK Hynix im zweiten Quartal als Nettogewinn verbucht. Demgegenüber steht aber „nur“ ein Umsatz von 79,3187 Billionen südkoreanischen Won (48 Mrd. Euro) und operativ auch „nur“ ein Gewinn von 60,5426 Billionen südkoreanischen Won (36,7 Mrd. Euro). Die Diskrepanz zwischen operativem Geschäftsgewinn, also jenem direkt bei SK Hynix primär durch die Speicherfertigung, und dem Nettogewinn inklusive aller anderen Geschäftsfelder ist mit über 20 Milliarden Euro bemerkenswert groß.
Dass SK Hynix nun durch Kioxia und damit NAND einen großen Sprung gemacht hat, wird auch in den Details bei SK Hynix sichtbar. Der Umsatz mit NAND hat sich stark vergrößert und kommt nun auf 27 Prozent Anteil am Gesamtumsatz. Zusammen mit dem nun noch einmal deutlich gesteigerten Gesamtumsatz ist die Umsatzsteigerung mit NAND am Ende riesig: 21 Prozent von 22,23 Billionen Won entsprachen vor einem Jahr 4,67 Billionen Won Umsatz mit NAND, 27 Prozent von 79,32 Billionen Won entsprechen ein Jahr später 21,42 Billionen Won (Faktor 4,6). DRAM stieg im selben Zeitraum anteilig von 17,11 auf 57,9 Billionen Won (Faktor 3,4). Bedeutet auch: SK Hynix macht nun mit NAND allein fast so viel Umsatz wie vor einem Jahr der gesamte Konzern mit allen Geschäftsbereichen.
Ironischerweise war die Börse mit dem operativen Gewinn gar nicht zufrieden und schickte die Aktie weiterhin auf Talfahrt. Denn Samsung hat die Preise viel stärker angehoben, lautet der Tenor, SK Hynix war eher konservativ unterwegs, sprich günstiger. Das schlug auf die Marge, die noch höher hätte ausfallen können. Angesichts der Zahlen hinterlässt dies vor allem bei der Kundschaft Kopfschütteln zurück, aber die Börse verfolgt eben andere Ziele: Gewinnmaximierung.
Da helfen auch die LTAs, also Langzeitverträge, nicht. Diese sind gut für Partner und Kunden, denn sie geben eine gewisse Stabilität bei den Preisen und Versorgungssicherheit – bedeuten aber oft auch geringere Preise als das Maximum und so nicht die maximal mögliche Marge (was wieder der Börse nicht so gefällt). SK Hynix bestätigt, rund zehn neue LTAs abgeschlossen zu haben und sich zudem in weiteren Verhandlungen zu befinden.