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Trotz Kritik: Sony hält weiter an ihrem Plan fest, Discs abzuschaffen
Trotz Boykottaufrufen und Petitionen hält der Konzern am Ende physischer Medien fest. Finanzvorstand Lin Tao äußert zwar Verständnis, rudert aber nicht zurück.
Beim aktuellen Finanzbericht von Sony stand eine Entscheidung ganz besonders im Fokus: das Ende physischer Medien. Anfang des Monats gab der Konzern bekannt, dass er Anfang 2028 die Produktion und den Verkauf von PlayStation-Discs komplett einstellen wird. Nun untermauert Sony diesen Kurs noch einmal – betont aber gleichzeitig, dass die emotionalen Reaktionen der Fans durchaus nachvollziehbar seien.
„Es gibt verschiedene Gründe für diese Entscheidung. Der wichtigste Faktor ist jedoch, dass die Digitalisierung von Inhalten auf breiter Front voranschreitet“, erklärte Sony-Finanzvorstand Lin Tao am 31. Juli in einer Fragerunde zum Finanzbericht (danke, Kotaku). „Das betrifft nicht nur die PlayStation, sondern Inhalte aller Art.“
„Wenn wir also an die Zukunft denken – und wir haben uns hierfür wirklich sehr viel Zeit genommen und die Entscheidung sorgfältig abgewogen –, sind wir zu diesem Schluss gekommen. Dementsprechend werden wir diesen Schritt auch behutsam weiterverfolgen“, führte sie aus. „Wir haben zu dieser Entscheidung sehr unterschiedliche Rückmeldungen erhalten. Viele Menschen haben dazu eine klare Meinung, und wir verstehen absolut, dass die Community uns diese Standpunkte mitteilt. Spiele bedeuten vielen Menschen extrem viel. Sie sind eine Form der Unterhaltung, die leidenschaftlich geliebt wird und oft mit wunderschönen Erinnerungen verknüpft ist. Wir verstehen diese Emotionen genau und möchten sie berücksichtigen. Wie wir Gamer im künftigen digitalen Ökosystem am besten einbinden, wollen wir auch weiterhin intensiv ergründen.“
Sony hat bereits mit der PS5 Digital Edition den Grundstein für eine Laufwerk-lose Zukunft gelegt. Die Ankündigung, die Disc-Produktion bis 2028 komplett einzustellen, markiert den finalen Schritt im Übergang zu rein digitalen Vertriebswegen im PlayStation-Ökosystem.
Eines ist damit klar: Sony rudert nicht zurück. Die Pläne, physische Datenträger einzustampfen, stoßen bei der Spielerschaft auf gewaltigen Widerstand. Eine Fan-Gruppe ruft als Protest bereits zu einem PS5-Boykott auf, während eine andere Fraktion eine Petition startet, um Sony doch noch zum Umdenken zu bewegen. Der ganze Aufwand scheint allerdings vergebens gewesen zu sein.
Der Shitstorm trifft Sony mittlerweile weit über die Gaming-Sparte hinaus: Fast jeder Social-Media-Beitrag des gesamten Konzerns wird von frustrierten Fans gekapert, die ihrem Unmut Luft machen. Wie ihr euch vorstellen könnt, fallen manche Kommentare dabei deutlich sachlicher aus als andere.
Sony verweist immer wieder auf das veränderte Nutzerverhalten als Hauptgrund für den Wechsel in diese rein digitale Zukunft – so auch in der aktuellen Stellungnahme. Passenderweise – oder sagen wir eher: zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt – fiel das PlayStation Network vergangene Woche für längere Zeit aus. Dadurch sperrte das System stellenweise Spieler aus Titeln aus, die sie bereits besaßen. Genau solche Patzer führen der Community die Schattenseiten einer rein digitalen Zukunft schmerzhaft vor Augen. Entsprechend scharf fällt die Kritik aus: Viele werfen dem Publisher kundenfeindliche Methoden vor, um noch mehr Kontrolle über den Markt zu erlangen.
Ihr könnt die neueste Aussage also als deutliche Botschaft verstehen: Sony wird in dieser Sache keinen Rückzieher machen.