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Guild Wars 3 verzichtet auf Abo und Battle Pass – ArenaNet zieht klare Grenzen gegen Pay-to-Win
Das neue Online-Rollenspiel erteilt saisonalen Bezahlmodellen eine Absage und soll sich nicht wie ein zweiter Job anfühlen. Die Beta startet 2027.
ArenaNet hat noch keinen konkreten Veröffentlichungstermin für Guild Wars 3 genannt, legt sich bei einem anderen Thema aber bereits erstaunlich deutlich fest. Der Nachfolger wird weder eine monatliche Abonnementgebühr noch einen kostenpflichtigen Battle Pass erhalten. Auch spielerische Vorteile sollen sich nicht mit echtem Geld kaufen lassen.
Studioleiter Colin Johanson hat die grundlegende Philosophie hinter dem neuen MMORPG in vier Punkten zusammengefasst. Guild Wars 3 soll als klassischer Einmalkauf erscheinen. Zusätzliche Einnahmen will ArenaNet über Erweiterungen, kosmetische Gegenstände, Accountdienste und Komfortfunktionen erzielen. Wer Geld ausgibt, darf dadurch jedoch keinen unfairen Vorteil gegenüber Spielern erhalten, die lediglich ihre Zeit investieren.
Besonders deutlich fällt die Absage an saisonale Bezahlmodelle aus. ArenaNet betrachtet kostenpflichtige Battle Pässe und wiederkehrende Belohnungspfade als moderne Varianten des klassischen Abonnements. Die Verpackung mag inzwischen freundlicher aussehen, die regelmäßige Gebühr bleibt jedoch dieselbe.
Studioleiter Colin Johanson ist ein Guild-Wars-Urgestein. Er prägte als Game Director jahrelang den Erfolg von Guild Wars 2, verließ das Studio temporär für ein Projekt bei Amazon Games und kehrte 2021 zurück zu ArenaNet, um die Zukunft des Franchise und die Entwicklung von Guild Wars 3 zu leiten.
Für Guild Wars 3 soll deshalb ein einfacheres Prinzip gelten: Ihr kauft das Spiel und entscheidet anschließend selbst, wann und wie häufig ihr spielt. Wer einige Monate pausiert, soll nicht das Gefühl bekommen, bereits bezahlte Inhalte oder zeitlich begrenzte Belohnungen zu verpassen. Neue Erweiterungen können später separat verkauft werden.
Damit greift ArenaNet ein Problem auf, das inzwischen fast jedes größere Online-Spiel betrifft. Viele Live-Service-Titel wollen nicht nur gespielt werden, sondern verlangen permanente Anwesenheit. Tägliche Aufgaben, saisonale Fortschrittsleisten und verfallende Belohnungen verwandeln Freizeit schnell in Terminverwaltung. Guild Wars 3 soll sich ausdrücklich nicht wie ein zweiter Job anfühlen.
Wie das neue Spiel dieses Versprechen konkret einlösen möchte, bleibt allerdings weitgehend offen. ArenaNet möchte weder das stark instanzierte Gruppenspiel des ersten Guild Wars kopieren noch die gewaltigen offenen Massenschlachten von Guild Wars 2 einfach wiederholen.
Guild Wars 3 soll spielerisch zwischen diesen beiden Ansätzen liegen. Das Projekt entspricht laut Johanson deutlicher der klassischen MMORPG-Definition als Guild Wars Reforged, setzt aber nicht vollständig auf die groß angelegten Weltbosse, Meta-Events und PvP-Schlachten seines direkten Vorgängers.
ArenaNet spricht von einer notwendigen Weiterentwicklung des Genres. Die Grenzen zwischen MMORPG und Live-Service-Spiel seien inzwischen ebenso verschwommen wie die Geduld vieler Spieler begrenzt. Das klingt zunächst vernünftig. Ob ArenaNet diese Probleme tatsächlich löst oder sie lediglich besonders präzise benennen kann, wird sich frühestens in der geplanten Beta ab Herbst 2027 zeigen.