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Warhammer 40k - Es gibt tatsächlich schon einen Film - aber für echte Fans ist der einfach nur pure Ketzerei
Der Ultramarines-Film von 2010 war eine Direct-to-Video-Produktion, besonders häufig hat er sich allerdings nicht verkauft.
Warhammer 40.000 verkauft Romane ohne Ende, erobert mit Spielen die Steam-Charts und beschäftigt mit der Henry-Cavill-Serie inzwischen sogar Amazon. Was der Marke in fast vierzig Jahren nie gelungen ist: ein Film.
Genau ein offizieller Versuch existiert, der stammt aus dem Jahr 2010 – und wer ihn gesehen hat, versteht ziemlich schnell, warum seitdem 16 Jahre lang Funkstille herrscht.
»Ultramarines: A Warhammer 40,000 Movie« erschien im Dezember 2010 als reine DVD-Produktion, und auf dem Papier macht der CGI-Film eigentlich alles richtig.
Das Drehbuch schrieb Dan Abnett, also ausgerechnet der Mann, dessen Romane für viele Fans bis heute das Maß aller Dinge sind. Und für die Sprecherrollen konnte das Studio eine Riege echter britischer Schwergewichte gewinnen – unter anderem Terence Stamp als Captain Severus und John Hurt als Chaplain Carnak.
Die Handlung selbst hält sich bewusst klein: Ultima Squad, eine Handvoll frisch geweihter Ultramarines, geht auf dem Wüstenplaneten Mithron einem Notruf nach. Vor Ort finden sie eine komplett ausgelöschte Kompanie der Imperial Fists, einen geschändeten Schrein und ziemlich schnell merken sie, dass hier das Chaos seine Finger im Spiel hat.
Das Hauptproblem war die Technik: Codex Pictures setzte auf Facial-Capture von Image Metrics, damals unter anderem für GTA 4 und Assassin's Creed 2 im Einsatz. Auf dem Fernseher wirkte das Ergebnis trotzdem wie eine überlange Render-Zwischensequenz aus einem PC-Spiel, das schon bei Erscheinen ein paar Jahre auf dem Buckel hatte.
Die Space Marines wirkten viel zu schmal und lang, die Gesichter in Nahaufnahmen sahen aus wie Plastik, und ein guter Teil der Kulissen verschwindete in Staubschwaden, weil das Budget für detaillierte Hintergründe gefehlt hat. Dazu kommt, dass Warhammer 40.000 von Schlachten mit riesigen Verlustzahlen lebt, doch hier stapften zehn Mann durch eine Wüste und trafen auf gegnerische Grüppchen in ähnlicher Größe.
Und selbst die Auslieferung ging schief: Die Collector's Edition mit begleitendem Graphic Novel sollte Ende November 2010 verschickt werden, ein Produktionsproblem an einer der Beilagen verzögerte den Versand. Noch Ende Januar 2011 warteten Leute auf ihre im Oktober vorbestellten Pakete, während der Shop munter weiter verkaufte.
Die Zahlen fielen entsprechend aus: Auf IMDb steht der Film aktuell bei 5,6 von 10 Punkten aus rund 6.600 Bewertungen. Auf Rotten Tomatoes liegt der Publikumswert bei 39 Prozent, ein aussagekräftiger Kritikerwert existiert mangels Reviews gar nicht erst. Aus dem Heimvideo-Verkauf auf DVD und Bluray kamen laut The Numbers gerade einmal knapp 400.000 Dollar zusammen.