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Philippinische Aktivisten trotzen Chinas Machtanspruch
Pekings Küstenwache demonstriert im Südchinesischen Meer ihren Machtanspruch. Das bekommen auch Philippiner zu spüren, die sich per Schiff zu den von mehreren Staaten beanspruchten Spratly-Inseln aufgemacht haben. Eine Reportage von Bord der "Kapitan Felix Oca".
"Westphilippine Sea - Atin ito!" Dieser Slogan wird die Crew fünf Tage lang begleiten. "Atin Ito" bedeutet in der philippinischen Sprache Tagalog: "Es gehört uns." Gemeint sind die Inseln im Südchinesischen Meer - jenes Meer, das sie hier das "Westphilippinische" nennen.
"Atin Ito" lautet auch der Name eines zivilen Bündnisses aus Fischern und Bauernverbänden, Politikern und Jugendgruppen. Etwa 100 Menschen stehen im Hafen von Manila an Deck der "Kapitan Felix Oca", einem gecharterten Schulschiff. Voller Inbrunst singen sie zur Abreise die philippinische Nationalhymne.
Vor der Abfahrt in Manila feiern die Aktivisten, singen die Nationalhymne und schwenken die philippinische Flagge.
Der Zielort der Reise sind die Spratly-Inseln, das höchst umstrittene Herz des Südchinesischen Meeres. Die zahllosen Riffe und Sandbänke geben seit Jahrzehnten Anlass zum Streit. Die Volksrepublik China hat viele davon besetzt.
Manche dieser Erhebungen steuern auch Fischer an, gerade die von den Philippinen. Das sind sie so seit Menschengedenken gewohnt. Daher sehen die Philippiner Teile des Meeres auch als ihres an. Verbrieft ist das nicht.
Im Jahr 2016 entschied der Ständige Schiedshof in Den Haag, dass die weitreichenden Gebietsansprüche Chinas nicht gerechtfertigt sind. Seitdem hoffen die Philippinen, doch noch Recht zu kommen. Doch davon war vor Gericht nicht die Rede.
In der Ferne erspäht der Kapitän die chinesische Küstenwache - in einem Gebiet, auf das mehrere Staaten Anspruch erheben.
Gegen 7 Uhr am ersten Morgen auf See: Die Brücke meldet ein Schiff der chinesischen Küstenwache in Sichtweite. Die zivile Leiterin der Fahrt, Rafaela David, eine bekannte Aktivistin aus der philippinischen Akbayan-Partei, weiß um das Risiko einer Konfrontation: "Sie wollen uns einschüchtern, indem sie uns beschatten. Wir hatten das schon erwartet." Tatsächlich wird die Küstenwache das Schiff fortan nicht mehr aus den Augen lassen.
Der Konflikt rückt plötzlich ganz nah. Kameradrohnen aus chinesischer Herstellung funktionieren nicht mehr. Handys zeigen eine Nachricht eines chinesischen Netzbetreibers: "Willkommen in China".