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Samsung warnt vor extremer Chip-Knappheit bis 2028: Konsolen und Hardware bleiben teuer
Der Speicher-Gigant rechnet aufgrund des KI-Booms mit massiven Engpässen bis ins Jahr 2028. Das treibt auch die Preise für PS5, Xbox und Switch 2 in die Höhe.
Schlechte Nachrichten von Samsung, einem der weltweit größten Hersteller von Arbeits- und Datenspeichern: Wer gehofft hat, die globale Komponentenknappheit würde sich bald entspannen, wird nun enttäuscht. Das Unternehmen produziert rund ein Drittel des weltweiten Speicherangebots. In einer Investorenkonferenz verriet Samsung nun, dass sich die Krise bis ins nächste Jahr hinein wohl noch weiter verschärfen wird.
Wie TechCrunch berichtet, geht der koreanische Tech-Gigant davon aus, dass das Angebot auch 2027 stark begrenzt bleibt, während die Nachfrage unaufhaltsam steigt. Samsung rechnet damit, dass dieser Engpass mindestens bis 2028 anhält.
Diese Prognosen stützen sich auf Daten von KI-Unternehmen. Laut Samsung haben diese Firmen ihre "mittel- bis langfristigen Nachfrageprognosen" offengelegt, um sich so langfristig eine konstante Versorgung mit Chips zu sichern.
Ähnlich wie andere Komponentenhersteller nutzt Samsung diese Daten, um eine Art Rangliste seiner Kunden zu erstellen. Priorität haben dabei logischerweise die Abnehmer, bei denen die höchsten Gewinnmargen winken. Das gilt besonders dann, wenn sie bereit sind, langfristige Verträge für die Chips abzuschließen. Genau diese Planungssicherheit treibt die aktuelle Krise jedoch weiter auf die Spitze. Wenn ganze Unternehmen – und nicht nur einzelne Endkunden – sich langfristig verpflichten, garantiert das den Herstellern eine konstante Nachfrage auf Jahre hinaus. So können sie die Preise bequem oben halten.
Ein Großteil der Produktionskapazitäten ist bereits für High Bandwidth Memory (HBM) reserviert, der massenhaft für KI-Rechenzentren benötigt wird. Dadurch bleibt den drei großen Speicherherstellern – zu denen auch Samsung gehört – kaum noch Spielraum für die Produktion von regulärem Arbeitsspeicher für Endverbraucher. Die Folge: Die Preise schießen durch die Decke. Das hat wiederum die Preise sämtlicher Konsolen- und Elektronikgeräte in die Höhe getrieben, die auf diese Chips angewiesen sind. Davon betroffen sind Spielkonsolen wie die PlayStation 5, die Xbox Series X/S und die Nintendo Switch 2. Sie alle sind teurer geworden, in manchen Fällen sogar gleich mehrfach. Auch Valves Steam Machine kam mit einem deutlich höheren Preisschild auf den Markt als von Valve eigentlich geplant. Das Unternehmen deutete sogar bereits an, dass weitere Preiserhöhungen nötig sein könnten.
HBM ist eine spezielle Speichertechnologie, die extrem hohe Bandbreiten bietet. Sie ist essenziell für moderne KI-Beschleuniger, da diese riesige Datenmengen rasend schnell verarbeiten müssen. Die lukrativere HBM-Produktion verdrängt derzeit den regulären Konsolen-Speicher.
Allerdings solltet ihr Samsungs Aussagen im richtigen Kontext betrachten. Das Unternehmen profitiert massiv von der aktuellen Krise. Es liegt also absolut in ihrem eigenen Interesse, diesen Zustand so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Zudem fielen diese Aussagen während einer Investorenkonferenz. In so einem Umfeld möchte sich ein Unternehmen natürlich als extrem profitabel präsentieren – denn für die Investoren zählt am Ende nur genau das.
Samsung steht, genau wie die anderen Speicherhersteller SK Hynix und Micron, aktuell unter dem Verdacht, kartellähnliches Verhalten an den Tag zu legen. Die großen Drei werden derzeit in Kalifornien wegen illegaler Preisabsprachen und dem künstlichen Hochtreiben von "überhöhten Preisen" verklagt.