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Stromkrise durch Niedrigwasser der Donau - Rumänien sprengt Felsen
Rumänien greift wegen des niedrigen Wasserstands der Donau zu ungewöhnlichen Mitteln: Mit einer Sprengung im Fluss soll mehr Wasser zum AKW Cernavoda geleitet werden. Dort, in Ungarn und in Serbien wird zum Stromsparen aufgerufen.
Rumänien versucht, eine komplette Abschaltung des Atomkraftwerks Cernavoda wegen des niedrigen Wasserstands der Donau zu verhindern. Das Kraftwerk wird ausschließlich mit Donauwasser gekühlt. Da der Fluss derzeit rund ein Drittel weniger Wasser führt als für diese Jahreszeit üblich, ist der Betrieb in Gefahr.
Um den Wasserstand am Kraftwerk zu erhöhen, wurde in einem Donauarm bei Izvoarele ein Felsen gesprengt. Die Gesteinsbrocken sollen mit Lastkähnen an eine andere Stelle gebracht und dort versenkt werden. Das Ziel: den Wasserstand erhöhen, so dass mehr Wasser zum AKW Cernavoda gelangt.
Der Wasserstand ist auch am AKW Cernavoda sehr niedrig. Die Sprengung soll Abhilfe schaffen. Ob das funktioniert, ist unklar.
Verteidigungsminister Radu Miruta bezeichnete die Sprengung als Erfolg. Unabhängig vom Einfluss auf den Wasserstand erleichtere die Sprengung den Schiffen auch die Durchfahrt. Nach seinen Angaben habe die Armee 30 Jahre lang vergeblich versucht, den Felsen zu beseitigen.
Der Minister räumte aber auch ein, sollte der Plan scheitern, müsse das AKW ganz abgeschaltet werden - spätestens an diesem Donnerstag. Einer der beiden Reaktoren war bereits vergangene Woche heruntergefahren worden.
Die rumänische Regierung rief die Bevölkerung auf, Strom zu sparen. Die Autobauer Dacia und Ford stellten ihre Produktion nach Angaben von Ministerpräsident Ilie Bolojan vorübergehend ein.
Wegen der anhaltenden Hitze muss das Atomkraftwerk Paks abgeschaltet werden.
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Auch in anderen Ländern an der Donau sorgt der niedrige Wasserstand für Probleme bei der Stromversorgung. In Ungarn muss voraussichtlich das einzige AKW des Landes komplett abgeschaltet werden. Derzeit läuft nach Angaben von Ministerpräsident Peter Magyar nur noch eine Turbine. Eine vollständige Abschaltung werde wahrscheinlich in den kommenden Tagen erfolgen müssen.
Die Anlage rund 90 Kilometer südlich von Budapest ist für knapp die Hälfte der Stromproduktion in Ungarn verantwortlich. Sie nutzt Wasser aus der Donau, um ihre vier Reaktoren zu kühlen.