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heise+ | Bit-Rauschen: AMD startet den Nvidia-Angriff und probabilistische Prozessoren
AMD schickt das KI-System Helios ins Rennen gegen Nvidia Vera Rubin NVL72. Mehrere Teams entwickeln ungenaue, aber effiziente Rechner. Die Raspi-Aktie hebt ab.
Ende Juli 2026 verkündete AMD den ersten wichtigen Großkunden für das neue KI-System „Helios“: Niemand Geringeren als Microsofts Cloudsparte Azure. Im breiten Helios-Schrank mit der Bauform „Open Rack Wide“ (ORW) stecken 72 KI-Beschleuniger vom Typ Instinct MI455X mit je 432 GByte Speicher vom Typ HBM4. Helios ist ein direkter Konkurrent zur Nvidia Vera Rubin NVL72 mit ebenfalls 72 „Rubin“-Beschleunigern. Die steuern ihren HBM4-Speicher zwar um 12 Prozent schneller an, nämlich mit 22 statt 19,6 TByte/s, haben aber ein Drittel weniger davon, nämlich nur 20,7 statt 31,1 TByte pro Rack.
Beim Inferencing quantisierter KI-Modelle mit FP4-Daten liegt das Nvidia-Rack mit 3,6 zu 2,9 Exaflops um 24 Prozent vorne, bei FP8 herrscht annähernd Gleichstand. AMD koppelt je vier MI455X mit einem neuen Zen-6-Epyc der 2-Nanometer-Generation „Venice“, der 128 CPU-Kerne hat und 16 DDR5-RAM-Kanäle mit zusammen 1,6 TByte/s ansteuert. Bei der Vernetzung setzt AMD auf die hauseigenen Pensando-Adapter und Ethernet mit Ultra Accelerator Link (UALink). Die Switches dafür stammen von der HPE-Sparte Juniper.
An der Entwicklung der Helios-Schränke ist AMD zwar wesentlich beteiligt, will sie aber nicht selbst bauen. Einer der Fertigungspartner ist HPE. Preise nennt AMD ebenso wenig wie Nvidia, aber Branchenkenner schätzen, dass ein Vera Rubin NVL72 zwischen 6 und 7 Millionen US-Dollar kostet – plus Kühlsystem, das pro Rack mehr als 180 Kilowatt bewältigen muss. Nvidia verspricht, dass Vera Rubin bei der Effizienz bis zum Faktor 10 besser sein kann als der Vorvorgänger GB200 NVL72; dazwischen liegt der GB300 NVL72 mit 57 Prozent größerem HBM-RAM.
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