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Kiew wieder unter russischem Raketenbeschuss
Die Ukraine kann derzeit kaum ballistische Raketen abwehren. Bei einer erneuten russischen Angriffswelle auf Kiew sind mindestens 17 Menschen getötet worden. Immer mehr ins Visier geraten offenbar Logistikzentren.
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte, wurden dabei mindestens 17 Menschen getötet. Viele Opfer gab es laut dem ukrainischen Katastrophenschutz im Kiewer Umland. Die Behörden meldeten Dutzende Verletzte.
Bei der nächtlichen Angriffswelle sei keine einzige ballistische Rakete abgefangen worden, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. Die russische Armee habe mit insgesamt 115 Drohnen und 28 Raketen angegriffen, 98 der Drohnen seien abgefangen worden.
Im Gegensatz zur Abwehr von Drohnen und Marschflugkörpern ist die Ukraine bei ballistischen Raketen auf die Lieferung moderner Abfangraketen durch ihre Unterstützer angewiesen. Nach eigenen Angaben hat das Land nicht mehr genug dieser Raketen, um sich erfolgreich zu verteidigen. Selenskyj bittet die Partnerländer deshalb seit Längerem immer wieder um die Lieferung von "Patriot"-Abwehrraketen. "Ballistische Abfangraketen hätten das Leben der Getöteten retten können", so der ukrainische Präsident nach den nächtlichen Angriffen.
In den vergangenen Monaten ist die Zahl der zivilen Opfer durch russische Angriffe laut UN-Angaben stark gestiegen. Erst in der Nacht zum Samstag hatte Russland Kiew mit schweren Angriffen mit ballistischen Raketen überzogen. Dabei wurden mindestens neun Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt.
Ein Video zeigt, wie eine Drohne einen Gemüsehändler in der Ukraine verfolgt - und dann neben ihm explodiert.
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Aus dem Gebiet Kiew wurden in der Nacht mehrere heftige Explosionen gemeldet, es gab stundenlang Luftalarm. Laut den Behörden brachen mehrere große Brände aus und es gab Schäden in mindestens sieben Bezirken der Stadt. Dem Katastrophenschutz zufolge waren Hunderte Rettungskräfte im Einsatz. Die Brände in der Hauptstadt sind demnach inzwischen gelöscht.
Nach Behördenangaben wurden in Kiew unter anderem Lagerhallen und Wohnhäuser zerstört oder beschädigt. Auch in den angrenzenden Landkreisen Browary, Fastiw und Butscha seien Lagerhäuser attackiert worden. In Browary wurden dabei nach Informationen der ukrainischen Eisenbahn mehrere Menschen an einer Bahnstation getötet, als eine Rakete ein Logistikzentrum in der Nähe traf.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, der Angriff habe sich gegen Logistik- und Verteilzentren militärischer Güter gerichtet. Zudem habe man in der Nähe der ukrainischen Hafenstadt Odessa drei Frachtschiffe beschädigt.
Beide Seiten haben in den vergangenen Wochen ihre Angriffe mit weitreichenden Waffen auf das jeweils andere Land verstärkt. Inzwischen nimmt offenbar auch Russland dabei verstärkt Logistikzentren ins Visier.