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Verhaltene Reaktionen von Sozialverbänden auf Zivildienstpläne
Die Bundesregierung lotet derzeit Pläne für einen Zivildienst aus. Einige Sozialverbände sorgen sich, dass dieser zu Lasten der Freiwilligendienste gehen könnte. Wünsche haben sie auch für die Dauer und Qualifizierung.
Beschlossen ist zwar bislang noch nichts, aber die Vorbereitungen für eine mögliche Rückkehr zu einem verpflichtenden Wehrdienst laufen. Sollten sich nicht genügend Freiwillige melden, könnte die Wehrpflicht wieder eingeführt werden - und mit ihr der Zivildienst.
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) begründet die Pläne gegenüber der ARD so: "Das Entsetzen wäre groß, wenn plötzlich die Wehrpflicht in Kraft treten würde und es keine Strukturen für einen Ersatzdienst gäbe." Ihr Ministerium hatte in den vergangenen Monaten große Verbände und Organisationen zu einem möglichen Zivildienst befragt.
Und die haben Nachbesserungsbedarf angemeldet. Bei vielen Sozialverbänden ist die Sorge groß, dass es bei den Freiwilligendiensten Abstriche geben könnte.
Die Bundesregierung bereitet laut Bild-Zeitung die Grundlagen für einen neuen Zivildienst vor.
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Im sozialen Bereich fehlt Personal, doch die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Eva Maria Welskop-Deffaa, rechnet nicht damit, dass ein möglicher Zivildienst diese Probleme lösen kann. Auch wenn die Bundeswehrpflicht eingeführt werde, seien kaum viele Zivildienstleistende zu erwarten, sagte sie in den tagesthemen.
Die im Gesetz genannten sachlichen Kriterien wie Motivation und körperliche Gesundheit machten es unwahrscheinlich, dass viele junge Männer Zivildienst leisten würden. "Wer schon angibt, dass er motiviert ist, wird hinterher nicht verweigern", sagte Welskop-Deffaa.
Bei der Debatte über den Zivildienst dürften deshalb die Freiwilligendienste nicht außen vor gelassen werden. Hier müssten die Rahmenbedingungen, etwa für das Taschengeld und für die pädagogische Begleitung, verbessert werden. Die Caritas-Präsidentin machte deutlich: Der Lohn für die Zivildienstleistenden müsse vom Bund kommen. Denn die Finanzierung des Ersatzdienstes sei eine staatliche Aufgabe.
Wichtig sei, dass Zivildienstleistende keine bessere finanzielle Entschädigung erhielten als Freiwilligendienstleistende, betonte Welskop-Deffaa. Das führe sonst zu einer "Klassengesellschaft" zwischen jungen Frauen, die einen Freiwilligendienst leisteten, und jungen Männern, die als Zivildienstleistende beschäftigt würden.
Das Ministerium hat Bilanz gezogen - und auch Zahlen zu den Rückläufen bei den Fragebögen veröffentlicht.
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