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Fliegende Funkzellen: Drohnen wechseln sich ohne Netzunterbrechung ab
Die Deutsche Telekom hat erstmals zwei fliegende Mobilfunkantennen im nahtlosen Wechselbetrieb getestet. Während eines Trailrunning-Events in Tschechien blieben Telefonate und Datenverbindungen auch dann bestehen, wenn eine der Drohnen zum Auftanken landen musste. Eine Satellitenverbindung ersetzte dabei die Bodenanbindung.
Bereits Anfang 2025 hatte die Telekom gemeinsam mit T-Mobile Tschechien und dem Flugzeughersteller Primoco UAV eine Mobilfunkstation in einem unbemannten Flugzeug eingesetzt. Die sogenannte fliegende Antenne versorgte beim Skilanglaufrennen „Jizerská 50“ einen ansonsten nicht abgedeckten Streckenabschnitt. Der damalige Einsatz war allerdings auf vier Stunden begrenzt.
Beim neuen Feldversuch kamen deshalb zwei Fluggeräte vom Typ Primoco One 150 zum Einsatz. Musste eine Maschine zum Auftanken landen, übernahm das zweite Flugzeug die Versorgung. Smartphones wechselten nach Angaben der Telekom automatisch zur jeweils aktiven Mobilfunkzelle. Bereits laufende Telefonate und Datenübertragungen seien dabei nicht unterbrochen worden.
Mit dem Wechselbetrieb soll sich Mobilfunk aus der Luft theoretisch rund um die Uhr bereitstellen lassen. Dafür müssen allerdings stets mindestens zwei Fluggeräte verfügbar sein und abwechselnd starten, landen und betankt werden. Wie lange die einzelnen Maschinen bei diesem Versuch in der Luft blieben und wie viel Zeit für den Wechsel benötigt wurde, nennt die Telekom nicht.
Eine Mobilfunkzelle benötigt neben der Funkverbindung zu den Endgeräten auch eine Anbindung an das Kernnetz des Betreibers. Bei klassischen Mobilfunkmasten erfolgt dieser sogenannte Backhaul beispielsweise per Glasfaser oder Richtfunk.
Die nun getesteten Drohnen trugen dafür zusätzlich Satellitentechnik an Bord. Dadurch konnten die fliegenden Basisstationen direkt mit dem Mobilfunkkernnetz kommunizieren, ohne auf eine in der Nähe errichtete Bodenstation angewiesen zu sein. Das erweitert die möglichen Einsatzgebiete, da vor Ort lediglich geeignete Flächen für Start, Landung und Betrieb der Flugzeuge benötigt werden.
Bei der vorherigen Demonstration konnte die fliegende Station wahlweise über eine Bodenverbindung oder per Satellit angebunden werden. Die Telekom nannte damals bis zu 200 Mbit/s im Download und 75 Mbit/s im Upload sowie eine Kapazität von maximal 1.200 gleichzeitig verbundenen Nutzern. Diese Höchstwerte wurden für den aktuellen Versuch jedoch nicht erneut bestätigt.
Der neue Test fand beim Trailrunning-Event Běhej lesy im Landschaftsschutzgebiet der Brdy-Berge statt. Ein transportabler Mobilfunkmast versorgte den Start- und Zielbereich, während die Flugzeuge die abgelegenen Abschnitte entlang der Laufstrecke abdeckten. Insgesamt nahmen rund 1.900 Läuferinnen und Läufer an der Veranstaltung teil.
Aus einer Höhe von zwei bis drei Kilometern erreichten die fliegenden Stationen laut Telekom eine Fläche von bis zu 20 km². Über einen 10 MHz breiten Kanal wurden LTE und 5G mit Datenraten von bis zu 100 Mbit/s bereitgestellt. Zum Einsatz kamen dieselben Mobilfunkfrequenzen wie bei terrestrischen Basisstationen, sodass sich handelsübliche Smartphones ohne besondere Satellitenhardware mit dem Netz verbinden konnten.
Die Technik ist daher nicht mit Direct-to-Device-Angeboten zu verwechseln, bei denen ein Smartphone unmittelbar eine Verbindung zu einem Satelliten aufbaut. Stattdessen befindet sich eine gewöhnliche Mobilfunkbasisstation im Flugzeug, lediglich deren Verbindung zum Kernnetz läuft über Satellit.