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VW-Aktionäre machen Druck - Transformation als Daueraufgabe
VW-Chef Blume hält am Sparkurs fest: 28.000 freiwillige Austritte seien vereinbart, die Werke sollen weiter schrumpfen. Aktionäre zeigen sich unzufrieden.
Mit Modellen wie dem ID. Polo sei man wieder auf dem richtigen Weg, wirbt Blume für seine Strategie, um sie gleich wieder einzuschränken: „Aber wir verdienen damit nicht genug Geld.“ Im Bild: VW ID. Polo
Auf der VW-Hauptversammlung blies Konzernchef Oliver Blume heftiger Gegenwind entgegen. Zwar gab es Lob für das Ende seiner Doppelrolle als Porsche- und VW-Chef, aber auch reichlich Unmut über die schwache Entwicklung des Konzerns. Ohne konsequente Neuaufstellung riskiere VW einen schleichenden Abstieg, warnte Tanja Bauer vom Fondsanbieter Deka Investment – und verwies auf den Bundesliga-Abstieg des VfL Wolfsburg als warnendes Beispiel.
Der Gewinneinbruch um fast die Hälfte im vergangenen Jahr sei ein Alarmsignal, warnte Janne Werning von der Fondsgesellschaft Union Investment. „Diese Ergebnisentwicklung ist kein Zufall“, betonte Hendrik Schmidt vom Fondsanbieter DWS. „Sie ist Ausdruck eines Systems, in dem Kontrolle, Unabhängigkeit und Verantwortlichkeit nicht funktionieren.“ Die Dividende sei „auf einem unterirdischen Niveau“, kritisierte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die bisherigen Sparmaßnahmen reichten nicht aus, um den Konzern „endlich vor die Kurve zu bringen“, kritisierte Fondsmanager Werning. „Überkapazitäten und Ineffizienzen sind ein Mühlstein um den Hals der Kernmarke.“ Der Konzern sei eine Großbaustelle. „Hoffen auf bessere Zeiten ist keine Strategie.“ Eine tiefgreifende Sanierung sei überfällig.
VW-Chef Blume verteidigte seinen Kurs. „2026 haben sich die Rahmenbedingungen der Automobilindustrie nochmals verschärft“, sagte er bei dem virtuellen Aktionärstreffen in München. „Unsere Lage ist angespannt und anspruchsvoll.“ Darauf müsse der Konzern reagieren. „Da sich die Rahmenbedingungen weiter verschärfen, müssen wir unser Transformationstempo weiter erhöhen.“
Blume hatte im Frühjahr ein „Zielbild Volkswagen Konzern 2030“ angekündigt und erste Eckpunkte für die Neuausrichtung genannt. „Unser über Jahrzehnte erfolgreiches Geschäftsmodell funktioniert heute so nicht mehr. Wir müssen es weiterentwickeln“, sagte er. Daran werde gearbeitet. „Weitere Entscheidungen treffen wir gemeinsam mit unserem Aufsichtsrat im Sommer.“ Ziel sei es, 2030 „weltweit der attraktivste Automobilhersteller“ zu sein. Die Umsatzrendite soll dann bei 8 bis 10 Prozent liegen. Der Umbau werde dann aber nicht abgeschlossen, fügte Blume hinzu. „Das wird eine Daueraufgabe bleiben.“ Es gehe um einen dauerhaft angelegten Transformationsprozess.
Zugleich zog Blume eine positive Bilanz der bisherigen Bemühungen. Mit neuen Modellen wie dem gerade vorgestellten elektrischen ID. Polo sei die Marke auf dem richtigen Weg. „Mit unseren Produkten stehen wir wieder vorn im Wettbewerb. Aber wir verdienen damit nicht genug Geld.“ Zwar zeigten die laufenden Sparprogramme bereits Wirkungen. Dem wirkten aber die neuen Belastungen durch Zölle, Handelsbarrieren und geopolitische Risiken entgegen.
Beim geplanten Abbau von konzernweit 50.000 Stellen bis 2030 liege Volkswagen im Plan. Allein bei der Kernmarke VW, wo 35.000 Stellen wegfallen sollen, werde sich die Belegschaft bis Ende 2026 um 19.000 reduzieren, berichtete Blume. 28.000 freiwillige Austritte seien bereits fest vereinbart, die Fabrikkosten an deutschen VW-Standorten 2025 um mehr als 20 Prozent gesunken.
Blume bekräftigte seine Pläne, die Kapazität der Werke weiter zu senken und Überkapazitäten abzubauen. Bis 2030 will Blume die Kapazität seiner europäischen Werke um weitere 500.000 Fahrzeuge senken – zusätzlich zum bereits laufenden Kapazitätsabbau um eine Million Fahrzeuge bis 2028. Ebenso viele sollen es in China sein, weltweit damit eine Million Autos wegfallen. Details zu einzelnen Standorten wollte Blume auch auf Nachfrage nicht nennen.
„Wir benötigen wettbewerbsfähige Kosten, um im Wettbewerb