// HEISE ONLINE — MODA & SOCIETÀ
Bericht: Tote Hose in der Grokipedia
Die mit großen Hoffnungen als Alternative zur Wikipedia gestartete KI-Enzyklopädie Grokipedia dümpelt offenbar nur noch vor sich hin.
Grok, die KI von Elon Musks Firma SpaceXAI, steckt auch hinter der Grokipedia.
Der von Elon Musk als Alternative zur Wikipedia aufgesetzten Grokipedia geht offenbar schon wieder die Luft aus. Medienberichten zufolge sind Aktivitäten auf der Plattform seit Monaten kaum noch zu verzeichnen. Die mit der Verwaltung der Enzyklopädie betraute KI zeigt keine sichtbare Aktivität.
Das US-Magazin Lawfare hat mit einer größeren Stichprobe versucht, die letzten Änderungen an der Grokipedia zu entdecken. Seit dem 24. April wurde demnach bei über 34.000 Artikeln, für die mindestens ein Änderungsvorschlag vorlag, keine dieser Änderungen akzeptiert oder abgewiesen.
Auch auf der Seite, die Änderungen der Grokipedia live dokumentieren soll, tut sich seit Wochen nichts. Auf Reddit fragen sich Grokipedia-Nutzer, ob ihre Beiträge noch gesichtet werden oder ob die Plattform aufgegeben wurde. Von SpaceXAI, das seit der Übernahme von xAI durch SpaceX für die Plattform verantwortlich ist, gibt es dazu bisher keine Informationen.
Grokipedia war im Oktober 2025 mit Version 0.1 gestartet, derzeit ist Version 0.2 online. Nach eigenen Angaben verzeichnet die Plattform über 6 Millionen Artikel. Auf der von einer internationalen Community verwalteten, englischsprachigen Wikipedia sind es aktuell rund 7,2 Millionen Artikel.
Musk hatte Grokipedia unter anderem deshalb ins Leben gerufen, weil der Wikipedia wiederholt fehlende Neutralität vorgeworfen wird. Das betrifft vor allem Artikel mit politischen und aktuellen gesellschaftlichen Themen. Im Gegenzug sah sich anschließend die Grokipedia Vorwürfen ausgesetzt, bei diesen Themen ebenfalls nicht neutral zu sein.
Inzwischen scheint bei Grokipedia hauptsächlich die KI Grok neue Artikel zu bearbeiten. Einreichungen von Menschen sind laut einer Untersuchung der Columbia Journalism Review stark zurückgegangen.
Unterdessen will der von Wikipedia ausgesperrte Larry Sanger die von ihm mitgegründete Online-Enzyklopädie mit einem neuen Projekt kritisch begleiten. Sanger selbst hat der Wikipedia wiederholt ideologische Engstirnigkeit vorgeworfen. Auf WikiCritic sollen Nutzer nun kritische Analysen von Wikipedia-Artikeln veröffentlichen.
Keine News verpassen! Jeden Morgen der frische Nachrichtenüberblick von heise online