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Lian Li B4-mATX im Test: Erstklassiges Kompaktgehäuse mit Aufwand und Holz
Das Lian Li B4-mATX ist eine Symbiose aus Know-how und erstklassiger Verarbeitung. Das Gehäuse entstand abermals in Kooperation mit dem SFF-Spezialisten DAN Cases. Das minimalistische Design sowie der Fakt, dass es sowohl liegend als auch als Tower aufgestellt werden kann, stechen hervor. Einen kleinen Dämpfer gibt es jedoch.
Bereits ohne auf irgendwelche Features einzugehen, ist das Lian Li B4-mATX im Grunde eine Besonderheit für sich. Das kleine Micro-ATX-Gehäuse entstammt der Feder des Community-Mitglieds bigdaniel, der mittlerweile seit 2013 an Gehäusen tüftelt.
Was seinerzeit als hobbymäßige Vision eines möglichst kleinen SFX-Gehäuses begann, wurde wenig später zur Berufung und anknüpfend daran zur eigenen Firma, die jüngst ihr 10-jähriges Jubiläum feierte. Wie schon beim ersten Kooperationsgehäuse, dem Lian Li A4-H2O (Test), übernimmt Lian Li die Fertigung und den Vertrieb des neuen Gehäuses.
Das Lian Li B4-mATX kann als Mesh-Edition mit einer Lochgitter-Front oder als Wood-Edition mit einer Holzpaneel-Front gewählt werden. Hinsichtlich der Farbauswahl kann zwischen Schwarz und Weiß gewählt werden.
Die Mesh-Versionen starten bei einer Preisempfehlung von 70 Euro. Mit Holzfront werden 85 Euro aufgerufen. Die beiden weißen Varianten kosten jeweils 5 Euro Aufpreis. Wer das Gehäuse vertikal aufstellen möchte (Erklärungen folgen im unteren Abschnitt), benötigt das optionale „Vertical AeroDeck“, das mit 30 Euro bepreist ist. Die Verfügbarkeit zeigt sich aktuell teils kritisch. Trotz bereits erfolgtem Marktstart Ende Juni 2026 wird das Gehäuse nur vereinzelt gelistet. Die beiden weißen Varianten sind derzeit nur zum überhöhten Preis bei einem Händler gelistet. Eine Nachfrage von ComputerBase bei Lian Li zur Verfügbarkeit blieb unbeantwortet.
Äußerlich erinnert das neue Lian Li B4-mATX an eine Mischung aus dem Lian Li A3-mATX (Test) beziehungsweise dessen Holzableger A3-Wood Edition und dem Fractal Design North. Das rundum minimalistische Design wird durch die Front in Holzstrebenoptik aufgelockert. Während die Paneele bei der weißen Gehäusevariante aus Buchenholz gefertigt sind, kommt bei der schwarzen Variante Walnussholz zum Einsatz.
Deckel- und Seitenpartien bestehen beinahe vollständig aus Lochgitterelementen. Optische Ablenkungen gibt es keine. Das I/O-Panel sitzt an der vorderen Stirnseite und bietet neben den gängigen Anschlüssen auch einen USB-Typ-C-Anschluss mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 20 Gbit/s.
Erste Anzeichen für das Highlight des B4-mATX finden sich am Heck – wenn auch versteckt. Neben einer klappbaren Kaltgerätebuchse befinden sich hier ab Werk vier kleine Standfüße, die für die vertikale Aufrichtung montiert sind. Zur Aufstellung als Tower bedarf es des optionalen Vertical AeroDecks, das sich hervorragend einfügt. Es ist seitlich mit kleinen Glaselementen bestückt. Auf die Handhabung und Montage wird indes im späteren Verlauf eingegangen.
Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität knüpft der kleine Spross an die Tugenden seiner Brüder um Lian Li A4 sowie A3 an und weist eine Verarbeitung allererster Güte auf. Bündige Kanten, ein sauberes Spaltmaß und eine erstklassige Materialanmutung sprechen abermals für sich.
Das Gehäuseinnere wird gänzlich ohne Werkzeug erreicht. Im Boden und an der Front sind feinmaschige Staubfilter angebracht. Die Seitenteile sowie der Deckel verzichten indes darauf. Die Außenelemente sind überaus stabil verarbeitet und weisen eine sehr gute Verwindungssteifigkeit auf.