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Unternehmen fürchten US-Kill-Switch für kritische IT-Dienste
74 Prozent der Unternehmen befürchten, dass US-Anbieter auf Druck der US-Regierung wichtige Dienste sperren könnten.
74 Prozent der Unternehmen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien befürchten, dass ein US-Technologieanbieter auf Druck der US-Regierung ihnen den Zugriff auf geschäftskritische Dienste sperren könnte. Somit liegt die Sorge vor einem sogenannten „Kill Switch“ in etwa auf dem Niveau von Ransomware und Cyberangriffen, wie aus einer Studie von Proton hervorgeht. Entsprechend berücksichtigen 56 Prozent der Befragten mittlerweile geopolitische Risiken bei der Einkaufsentscheidung.
Für die Mehrheit der Unternehmen hätte ein solcher Ausfall drastische Auswirkungen: Ganze 54 Prozent meinen, dass sie nach einem Arbeitstag die Dienstleistung und den Betrieb einstellen müssten, sollten sie keinen Zugriff auf kritische Dienste mehr haben. 29 Prozent der teilnehmenden großen Unternehmen erwarten einen Schaden von mehr als 100.000 Euro für einen einzigen Tag eines solchen IT-Ausfalls. Es handelt sich um eine Selbsteinschätzung der Befragten, keine Messung. Gleichfalls berichten 86 Prozent von mindestens einer Störung bei einem benötigten Dienst, allerdings aus klassischen Gründen wie Cyberangriffe oder Störungen beim Provider, nicht aufgrund staatlicher Interventionen.
Vorbereitet sind dennoch fast alle der Befragten: 94 Prozent verfügen über einen Business-Continuity-Plan, den jedoch bloß 44 Prozent regelmäßig testen – und 36 Prozent tun das gar nicht. 13 Prozent meinen, ihre Vorkehrungen seien „informell“. Interessant sind auch die Dienste: Während immerhin 34 Prozent eine Lösung für ihre E-Mail-Infrastruktur im Falle eines Ausfalls haben, stellt sich ausgerechnet der Kalender als Achillessehne mit nur 16 Prozent heraus. Zwei Drittel der Unternehmen würden nach einer angeordneten Sperre eines für sie kritischen Dienstes wahrscheinlich den Anbieter wechseln. Proton meint, dass dabei ein Ausweichanbieter außerhalb der US-Gerichtsbarkeit nötig sei.
Für die Studie befragte Proton 1500 Unternehmensentscheider beziehungsweise Personen mit Einfluss auf Entscheidungen zu IT, Backup, Sicherheit oder Business Continuity, jeweils 500 aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Weitere Informationen gibt es im zugehörigen Blogbeitrag. Die Umfrage ist nicht repräsentativ; Proton bietet selbst Kommunikations- und Kollaborationsdienste als europäische Alternative zu US-Plattformen an.
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