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Wenn über Wasser verhandelt wird - das Beispiel Ungarn und Slowakei
Wer bekommt wie viel Wasser? Zukünftig dürfte immer häufiger über die Verteilung knapper Mengen verhandelt werden. Wie komplex das sein kann, zeigen die aktuellen Gespräche zwischen Ungarn und der Slowakei.
Die Hitzewelle beherrscht auch in der Slowakei die Nachrichtensendungen. Am Donnerstag hatte der Slowakische Wetterdienst mit 42,2 Grad Celsius einen neuen Temperaturrekord gemessen.
Besonders deutlich zeigen sich die Folgen der Dürre am Donaukraftwerk Gabčíkovo, rund 60 Kilometer südlich von Bratislava. Hier wird die Donau aufgestaut. Ein Teil bleibt im alten Flussbett, der größere fließt durch einen Kanal zu den Kraftwerksturbinen. Normalerweise produzieren hier acht Turbinen fast zehn Prozent des slowakischen Stroms.
Wegen des Niedrigwassers laufe zurzeit nur aber noch eine, sagt Peter Molda, Chef des staatlichen Kraftwerksbetreibers. "Sollte sich die Situation noch weiter verschlechtern und die Durchflussmenge sinken, würde das zum Stillstand der Turbine führen. Dann würde das Wasser nicht mehr abfließen." Dies hätte erhebliche Einschränkungen für die Wasserzufuhr in das rechte Seitenarmsystem zur Folge.
Wegen der anhaltenden Hitze muss das Atomkraftwerk Paks abgeschaltet werden.
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Das Kraftwerk liefert nicht nur Strom. Es regelt auch, wie schnell wie viel Donauwasser nach Ungarn weiterfließt. Dort bekommt das Atomkraftwerk Paks die Folgen des Niedrigwassers seit einigen Tagen zu spüren. Weil es Donauwasser zur Kühlung braucht, musste seine Leistung zuletzt deutlich gedrosselt werden. Ungarn hatte die Slowakei deshalb gebeten, mehr Wasser durchzuleiten.
Der slowakische Umweltminister Tomáš Taraba musste jedoch passen: "Das werden wir wohl nicht machen können, denn andernfalls würde auch uns schon zwei Tage später Wasser fehlen. Und weder sie noch wir hätten mehr davon. Das würde also das Grundsatzproblem nicht lösen."
Taraba telefonierte mit der ungarischen Außenministerin. Und auch Péter Magyar, der ungarische Ministerpräsident, schaltete sich ein: "Wir stehen in ständigem Kontakt mit der Slowakei. Sie hat öffentlich bestätigt, dass sie ihren internationalen Verpflichtungen nachkommt und die Ungarn zustehende Wassermenge ungehindert weiterleitet."
Hitze und Trockenheit führten in mehreren europäischen Ländern zu Rekord-Tiefständen großer Flüsse.
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In den 1980er-Jahren hatten Ungarn und die damalige Tschechoslowakei ein gemeinsames Donau-Staustufenprojekt geplant. Als Ungarn ausstieg und nur noch auf der heute slowakischen Seite weitergebaut wurde, klagte Budapest aus Sorge dagegen, flussabwärts komme zu wenig Donauwasser an. 1997 verpflichtete ein Gerichtsurteil beide Länder dazu, die Wasserverteilung gemeinsam zu regeln.