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Dürre in Europa: Ernteausfälle, trockene Flüsse und Wassersparen
In vielen Ländern Europas herrscht extreme Trockenheit: Von den Niederlanden bis Bulgarien trocknen die Gewässer aus, Landwirte erwarten massive Ernterückgänge, Kraftwerke werden abgeschaltet. Ein Blick in verschiedene Regionen Europas.
Die Hitzewelle im Südosten Europas bleibt ungebrochen. Von Bukarest bis Budapest liegen die Temperaturen bei 30, 35 Grad und mehr - und weiterhin gibt es keine Niederschläge.
Die Pegelstände der Donau sind, je nach Flussabschnitt, nahezu allesamt unter die jeweiligen Rekord-Niedrigwasser-Grenzen gesunken. Frachtschiffe können nur mit sehr geringer Ladung die Donau befahren oder müssen ganz den Betrieb einstellen. Relikte aus der antiken Welt tauchen aus der Donau auf, so etwa die Überreste einer 1.700 Jahre alte Brücke in Bulgarien.
Einige Regierungen der Region schränken die künstliche Bewässerung von Agrarflächen ein. In den Pumpstationen Rumäniens etwa fehlt schlicht das Wasser. "So ein Ausmaß an Dürre und Trockenheit haben wir noch nie erlebt", so ein Milchbauer in Niederösterreich. Massive Ernterückgängen zwischen 20 Prozent bei Getreide bis 50 Prozent bei Mais und Kartoffeln erwarten Landwirte in Österreich.
In Ungarn zeigt sich ein ähnliches Bild: Dort vertrocknen Hauptanbauprodukte wie Mais, Sonnenblumen und Zuckerrüben auf den Feldern. Allein beim Mais werden in Ungarn die Schäden auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Clemens Verenkotte, ARD Wien.
Hitze und Trockenheit führten in mehreren europäischen Ländern zu Rekord-Tiefständen großer Flüsse.
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Vertrocknete Felder; Tausende Hühner, die wegen der Hitze gestorben sind; Kühe, die weniger Milch produzieren: Die anhaltende Hitze und Trockenheit macht auch in Frankreich besonders den Landwirten zu schaffen. In der Bretagne etwa drohen Ernteeinbrüche bei Gemüse, warnen Vertreter der Bauerngewerkschaften. Viele Betriebe müssen über Kurzarbeit nachdenken oder haben ihre Saisonkräfte entlassen. Verbraucher dagegen müssen sich im Herbst wohl auf steigende Preise für Obst und Gemüse einstellen.
Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 24,9 Grad war der Juli der heißeste Monat seit 1900 und einer der trockensten jemals, meldet der staatliche Wetterdienst Météo France. Bürgerinnen und Bürger können sich auf der Online-Plattform VigiEau informieren, wie trocken es in ihrer Region ist. Aktuell gilt für zwei Drittel des Landes die höchste Warnstufe "crise".
In den betroffenen Départements gelten offizielle Anweisungen zum Wassersparen: Private Pools dürfen nicht befüllt, öffentliche Grünanlagen nicht bewässert werden. Einige Kommunen berichten von Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Leitungswasser. Je nach Region gibt es auch Einschränkungen für die Bewässerung in der Landwirtschaft. Die Bauerngewerkschaft Coordination Rurale hat aber bereits dazu aufgerufen, diese Anweisungen der Behörden zu ignorieren.
Ende Juli hatte die Nationalversammlung per Gesetz festgelegt, dass der Wasserzugang für Landwirte erleichtert werden soll und Bauern bis 2035 insgesamt doppelt so viel Wasser zurückhalten und speichern dürfen wie bisher. Kritiker und Umweltschützer warnen, dass dieses Gesetz die Wasserknappheit weiter verschärfen könnte.