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RAM-Preise wie vor 2007: Experte meint, 20 Jahre Fortschritt wurden zunichtegemacht
Wegen des immensen Bedarfs an KI-Rechenzentren explodieren die Kosten für Arbeitsspeicher – und lassen den Hardware-Markt um Jahrzehnte zurückfallen.
Dass seit einigen Monaten die RAM-Preise aufgrund des enormen Bedarfs für KI-Rechenzentren durch die Decke gehen, ist kein großes Geheimnis.
All das wirkt aber gleich noch deprimierender, wenn man einmal zurückblickt, so wie es der Wissenschaftler, Entwickler und Software-Performance-Experte Daniel Lemire getan hat.
"Historisch gesehen sind die Preise für Arbeitsspeicher über Jahrzehnte hinweg exponentiell gesunken", schreibt Lemire in einem Social-Media-Beitrag. "Aber wir haben gerade rund 20 Jahre Fortschritt zunichtegemacht. Der Preis pro Speichereinheit liegt bei RAM wieder ungefähr auf dem Niveau von 2007."
Was das konkret bedeutet, hat sich PC Gamer näher angeschaut. Gute Deals für 4-GB-Kits lagen damals bei rund 100 US-Dollar. Bei 2-GB-Kits ging es sogar bis auf rund 60 US-Dollar runter.
Der Boom künstlicher Intelligenz erfordert gigantische Speicherkapazitäten in Data Centern. Chiphersteller schichten ihre Kapazitäten massiv auf hochprofitablen Server-Speicher um, was das Angebot für Konsumenten-RAM drastisch verknappt und die Preise treibt.
Das waren damals etwa 25 Dollar pro Gigabyte. Betrachtet man nur diesen reinen Kapazitätswert, ist Arbeitsspeicher pro Gigabyte mittlerweile tatsächlich günstiger. Aber mit den Jahren sind natürlich die Anforderungen gestiegen, weswegen man heute 16 GB oder 32 GB RAM braucht – eher Letzteres – und dafür knapp 500 Dollar auf den Tisch legt. Bei 16 GB sind es noch um die 250 Dollar.
Vor Beginn der Speicherkrise kostete ein 32-GB-Kit 100 bis 150 Dollar, also im Grunde das, was man 2007 für ein vernünftiges Kit zahlte – die Kosten blieben also auf einem vergleichbaren Niveau, während die GB-Menge stieg. Seitdem sind die Preise explodiert und ihr müsst beim Aufrüsten oder Zusammenstellen eines neuen Gaming-PCs deutlich mehr Geld einplanen.
"Soweit ich weiß, stehen wir hier vor einer echten historischen Ausnahme – mir fällt jedenfalls kein vergleichbarer Fall aus der Vergangenheit ein", fügt Lemire hinzu. "Wohin die Reise genau geht, kann aktuell wohl niemand verlässlich vorhersagen. Ich vermute allerdings zwei Möglichkeiten: Entweder finden wir Wege, KI-Systeme mit deutlich weniger Speicher zu bauen – oder wir entwickeln extrem clevere Methoden, um massenhaft Speicher in viel kürzerer Zeit herzustellen."