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„Für uns ist Schluss mit Sonic“: Sega wollte den Igel vor zehn Jahren canceln
Nach diversen Flops stellte Sega Team-Chef Takashi Iizuka ein hartes Ultimatum: Entweder er rettet das Maskottchen oder die Kult-Reihe stirbt.
Heute gehört Sonic zu den wichtigsten Marken von Sega. Vor rund zehn Jahren stand die Spielereihe jedoch offenbar kurz vor dem Aus. In einem Interview mit GamesRadar+ erinnert sich Sonic-Team-Chef Takashi Iizuka an einen Zeitpunkt, an dem ihm Sega unmissverständlich erklärte, dass das Unternehmen keine weiteren Spiele mit dem blauen Igel benötige.
„Wir brauchen keine weiteren Sonic-Spiele von dir. Für uns ist Schluss mit Sonic“, gibt Iizuka die damalige Ansage wieder. Anschließend stellte Sega ihn vor eine klare Aufgabe: Er sollte in die USA ziehen und die angeschlagene Marke wieder aufbauen. Sollte ihm das nicht gelingen, würde die Reihe eingestellt.
„Vor zehn Jahren, als ich erstmals nach Amerika zog, befand sich Sonic wirklich an einem Tiefpunkt“, erklärt Iizuka. Damals lag die Veröffentlichung von Sonic Boom: Lyrics Aufstieg etwas mehr als ein Jahr zurück. Das Spiel erschien 2014 für Wii U und wurde wegen seiner technischen Probleme und zahlreichen Fehler schnell zum Symbol für den schlechten Zustand der Marke.
Die Krise hatte sich allerdings schon länger abgezeichnet. Nach den gemischten Reaktionen auf Sonic Heroes folgten mit Shadow the Hedgehog, Sonic the Hedgehog Genesis und dem berüchtigten Sonic the Hedgehog aus dem Jahr 2006 mehrere Spiele, die dem Ruf der Marke erheblich schadeten. Sonic Colours und Sonic Generations brachten die Reihe zwischenzeitlich wieder auf Kurs, doch Sonic Lost World und Sonic Boom sorgten anschließend für den nächsten Rückschlag.
Takashi Iizuka explains how he was asked to save Sonic 🙏 pic.twitter.com/wcJSwyQURZ
Ganz abgeschlossen war die schwierige Phase damit noch nicht. Auch Sonic Forces wurde 2017 eher verhalten aufgenommen. Im selben Jahr zeigte Sonic Mania jedoch, dass die klassische Formel noch immer funktionieren konnte. Die Animationsserie Sonic Boom fand ebenfalls ihr Publikum, bevor die Kinofilme ab 2020 die Bekanntheit der Figur weit über die Spiele hinaus steigerten.
Iizuka schreibt das Überleben der Marke deshalb vor allem ihren Anhängern zu. „Es ist wirklich den Fans zu verdanken, dass Sonic weiterlebt“, erklärt der Entwickler. Ohne ihre Unterstützung hätte Sega die Reihe womöglich tatsächlich beendet.
Aus heutiger Sicht erscheint diese Möglichkeit beinahe absurd. Vor zehn Jahren war Sonic für Sega jedoch offenbar keine unantastbare Institution mehr, sondern eine beschädigte Marke mit einer letzten Bewährungsfrist. Der schnellste Igel der Videospielgeschichte musste sich seine Daseinsberechtigung erst wieder verdienen.