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Pressesprechering Leavitt - die oberste Influencerin des Weißen Hauses geht
Karoline Leavitt hat uneingeschränkten Zugang zu Präsident Trump. Überraschen können Journalisten die junge Pressesprecherin somit kaum. Ihr plötzlicher Abschied aus dem Weißen Haus könnte höhere Ambitionen andeuten.
Es war kein harmonisches Verhältnis zwischen Presse und Pressesprecherin unter Karoline Leavitt im Weißen Haus. Als sie vor eineinhalb Jahren mit gerade mal 27 Jahren von Donald Trumps Wahlkampfmanagerin zu seiner Stimme wurde, behielt sie ihre angriffslustige Rhetorik einfach bei.
Sie interpretierte die Rolle als Sprecherin des Weißen Hauses neu. Weil die Zielgruppe dieser Regierung ohnehin nicht mehr über Zeitungen und Kabelfernsehen zu erreichen ist, wird Leavitt selbst zur politischen Marke, die ständig viral geht und Aufmerksamkeit generiert - als oberste Influencerin für das Weiße Haus. "Ein Mundwerk wie ein Maschinengewehr und fies", sagte Präsident Trump ehrfürchtig über seine Sprecherin.
Die täglichen Briefings im Weißen Haus verwandelt Leavitt in kuratiertes Content-Marketing. Das gelingt, weil sie unbeschränkten Zugang zum Präsidenten hat. Sie wird von praktisch keinem Thema jemals überrascht.
Sie weiß genau, wie Trump tickt, kennt seine Rhetorik auswendig, müssen auch kritische Korrespondenten anerkennen, wie die Journalistin Jasmine Wright im Gespräch mit CNN. "Sie war dauerhaft im Oval Office."
"Deine Mutter war's", gab sie auf eine Nachfrage zum geplanten Treffen von Trump und Putin zurück.
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Gerade weil Leavitt so erfolgreich war, kommt ihr Abschied überraschend, findet auch Trumps Kommunikationsdirektor aus seiner ersten Amtszeit, Mike Dupke.
Die Tatsache, dass mit dem Abschied kein unmittelbarer Nachfolger bekannt wurde, deute aber darauf hin, dass Leavitt auf eigenen Wunsch gehe. Mehr sei da vermutlich nicht dran, sagt der Politikberater.
Ihre offizielle Begründung, mehr Zeit für die Familie haben zu wollen, gilt im politischen Washington als Chiffre für eigene, höhere Ambitionen. Denn anders als viele ihrer Vorgänger war Leavitt nie die Kommunikationsdirektorin im Weißen Haus, sie hatte keine strategische Autorität. Sie war das Gesicht und die Stimme des Präsidenten, und Gesichter sind austauschbar. Manche allerdings gar nicht so einfach.
Dieses Thema im Programm: NDR Info | Nachrichten | 13.08.2026 | 06:43 Uhr